| Entstehung Zitate Rahmen Ziele Prinzipien Entwicklung Maßnahmen Vergleich Quellen |
| 1. Definition |
Neues
Steuerungsmodell - NSM (engl.: New Public
Management)
Umfassendes Modell zur Steigerung von Effektivität,
Bürgerorientierung und Effizienz/Wirtschaftlichkeit u.a.
durch Deregulierung, Dezentralisierung, Kosten- und
Leistungsrechnung, Controlling, Kontraktmanagement und
durch die Führung der Verwaltungsbereiche als Konzern.
| 2. Weitere Informationen |
Entstehung / Einordnung
International (von Finnland bis
Neuseeland) diskutiertes und verwendetes Konzept, dessen deutsche Variante
zunächst für die Kommunalverwaltung unter maßgeblicher Beteiligung der KGSt entwickelt wurde, inzwischen aber
für alle Verwaltungsbereiche (also auch die Bundesverwaltung) als Reformmodell
akzeptiert ist. Begriffe und Elemente werden z.T. unterschiedlich verwendet. Das
Konzept des "aktivierenden Staates" kann sowohl als übergeordnetes Konzept wie
als Teil des NSM gesehen werden.
Rahmenbedingungen
Für die finanzielle Situation
der öffentlichen Hände sollte beachtet werden, dass die Ausgaben in weit
geringerem Maße durch interne Rationalisierung beeinflussbar sind als vielfach
vermutet. Der Anteil der Personalausgaben am Haushalt des Bundes betrug 1999 nur
etwa 10% [4], sprich: mit drastischem Personalabbau wird das
Haushaltsdefizit nicht zu beheben sein, eher wird die Effektivität und Effizienz
der Mittelvergabe von 90% des Bundeshaushalts drastisch sinken.
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Drastisch gestiegen sind vor allem die Einkommensübertragungen durch den Staat (um 420% innerhalb von 40 Jahren[5]). Die Gesamtbilanz ist allerdings Besorgnis erregend: die Verschuldung nährt sich selbst[6], weshalb es nicht einmal ausreicht, die Netto-Neuverschuldung zu stoppen. Allerdings erfordert eine rationale Politik dass dort Lösungen gesucht werden, wo sie auch gefunden werden könnten. Personalabbau kann dazu nur begrenzt beitragen, und Personalabbau ohne Reduzierung der Aufgaben erreicht eher das Gegenteil.
| allgemeine Formulierung | Formulierung im Programm der Bundesregierung 1999 |
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Prinzipien des Neuen Steuerungsmodells
Die KGSt fasst die Prinzipien
des neuen Steuerungsmodells, nach denen die Verwaltung die Vorgaben der Politik
umsetzen soll, wie folgt zusammen[7]:
| ||||||
Entwicklung der Verwaltungsreform und des NSMQuelle: Rainer Heinz, Verwaltungsreform: quo vadis?
Online im Internet veröffentlicht, www.kgst.de, | ||||||
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Die Reformbereiche können wie folgt strukturiert werden (in Anlehnung an Dunkhorst[9]):
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Aufgaben |
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Struktur |
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Verfahren |
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Personal. |
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Dabei sind diese Bereiche nicht isoliert zu betrachten, sondern - wie generell Aufbau- und Ablauforganisation einerseits, und Personalentwicklung und Management andererseits - ohnehin aufeinander bezogen wie unterschiedliche Strukturelemente ein und desselben Systems.
Erst die Vernetzung mehrerer Reformelemente zu einem größeren Ganzen macht die Reform wirksam und dauerhaft!
| Bürokratiemodell | New Public Management |
| Angebotsorientierung mit Zwangsnachfrage | Nachfrageorientierung und Entwicklung eines "Produkt-Markt-Konzeptes" |
| ausgeprägte Hierarchisierung | Kontraktmanagement verselbständigter Organisationseinheiten |
| Organisation nach Funktionen | Organisation nach Geschäftsprozessen |
| normgeleitete Standardproduktion | kundenorientierte Spezialisierung |
| kameralistische Prinzipien | kaufmännische Prinzipien |
| Konditionalsteuerung | Ergebnissteuerung |
| Gleichheit | Wirksamkeit |
| Papierbindung und Aktenmäßigkeit | Informations- und Kommunikationstechnologie |
| Kommunikation in festgelegten Kanälen | vernetzte Systemarchitekturen |
| Alimentationsprinzip | leistungsorientiertes Entgelt |
| 3. Informationsquellen (Literatur, Internet-Adressen) |
Literatur
| Baden-Württemberg, Stabsstelle für Verwaltungsreform im Innenministerium (Hrsg.) |
1999
|
Qualitätsmanagement und lernende Organisation in der Landesverwaltung Baden-Württemberg. Selbstverlag 1999 |
| Blanke, Bernhard / von Bandemer, Stephan / Nullmeier, Frank / Wewer, Göttrik (Hrsg.) |
2001
|
Handbuch zur Verwaltungsreform. 2. Auflage, Opladen 2001 |
| Budäus, Dietrich / Conrad, Peter / Schreyögg, Georg [Hrsg.] |
1998
|
New Public Management. Berlin ; New York 1998 |
| Chmel, Andreas |
1999
|
Das Neue Berliner Verwaltungsmanagement. Konzeption und Umsetzung sowie rechtliche Betrachtung eines politischen Kontraktmanagements. Berlin1999 |
| Damkowski, Wulf / Precht, Claus |
1995
|
Public Management. Neuere Steuerungskonzepte für den öffentlichen Sektor. Stuttgart 1995 |
| Damkowski, Wulf / Precht, Claus (Hrsg.) |
1998
|
Moderne Verwaltung in Deutschland. Public Management in der Praxis. Stuttgart 1998 |
| Hill, Hermann / Klages, Helmut (Hrsg.) |
1993
|
Qualitäts- und erfolgsorientiertes Verwaltungsmanagement. Aktuelle Tendenzen und Entwürfe. (Vorträge und Diskussionsbeiträge der 61. Staatswissenschaftlichen Fortbildungstagung 1993 der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer) Berlin 1993 |
| Hill, Hermann / Klages, Helmut (Hrsg.) |
1997
|
Berlin - Unternehmen Verwaltung : ein erster Erfahrungsbericht zur Umgestaltung der Berliner Verwaltung. Stuttgart : 1997 |
| Horváth & Partner |
1996
|
Neues Verwaltungsmanagement. Grundlagen, Methoden und Anwendungsbeispiele. Düsseldorf, Loseblatt-Ausgabe ab 1996 |
| Morlok, Martin / Windisch, Rupert / Miller, Manfred (Hrsg.) |
1997
|
Rechts- und Organisationsprobleme der Verwaltungsmodernisierung. Berlin 1997 |
| Mundhenke, Ehrhard |
2000
|
Controlling / KLR in der Bundesverwaltung. Was man dazu wissen sollte. 3. Aufl., Brühl erhältlich über die Fachhochschule des Bundes (Schriftenreihe Bd. 34) und Online im Internet: http://www.fhbund.de/mundhenke |
| Reichard, Christoph |
1994
|
Umdenken im Rathaus: Neue Steuerungsmodelle in der deutschen Kommunalverwaltung, Berlin 1994 |
| Reinermann, Heinrich |
2000
|
Neues Politik- und Verwaltungsmanagement: Leitbild und theoretische Grundlagen. Speyerer Arbeitshefte 130, Speyer 2000 (Erstveröffentlichung 1998), online im Internet: http://www.dhv-speyer.de/rei/publica/online/spah130.pdf |
| Naschold, Frieder |
1993
|
Modernisierung des Staates: Zur Ordnungs- und Innovationspolitik des öffentlichen Sektors, Berlin |
Internet-Adressen
| Bundesregierung | Stabsstelle Moderner Staat im Bundesministerium des Innern. Dort sind auch das Programm der Bundesregierung 1999 sowie die laufenden Projekte, z.T. mit Materialien, dokumentiert. | |
| Bundesländer | http://www.staat-modern.de/infos /Links | Link-Verzeichnis der Stabsstelle Moderner Staat u.a. zu Webseiten der Bundesländer zum Thema "Modernisierung" |
| KGSt | http://www.kgst.de/ | Die KGSt - Verband für kommunales Management - wurde gegründet als Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung mit Sitz in Köln |
| Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer | dhv-speyer.de | führende Hochschule für Verwaltungswissenschaften und Verwaltungsmodernisierung, vergibt u.a. den Speyerer Qualitätspreis |
| Zu weiteren Hochschulen und anderen Einrichtungen und Informationsangeboten s.z.B die Linksammlung der FH Bund, Bibliothek, Adressen, und die Linksammlung der Universität Potsdam, http://www.uni-potsdam.de/u/kwi/Link/1f.htm. | ||
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Anmerkungen
[1] Hermann Hill: Potenziale und Perspektiven der Verwaltungsmodernisierung. In: Morlok/Windisch/Miller (Hrsg.): Rechts- und Organisationsprobleme der Verwaltungsmodernisierung, 1997, S. 15. Dieser Hinweis verdeutlicht die zugrunde liegende Problematik auch in der Wirtschaft: dort geschah die Umorientierung als man entdeckte, dass man zwar privatwirtschaftliche Unternehmen hatte, intern aber nach planwirtschaftliches Regeln vorging, mit den aus den Planwirtschaften bekannten Ergebnissen. Deshalb entwickelten sich in der Privatwirtschaft neue Steuerungsmodelle.
Entsprechendes gilt für die öffentliche Verwaltung: zentralistische Steuerung ist ab einer gewissen Größe nicht mehr ausreichend leistungsfähig. Vgl. auch die Hinweise und Materialien zu Chaosmanagement.
[2] KGSt-Bericht 5/1993: Das Neue Steuerungsmodell
[3] Hermann Hill: Modernes Management in Kommunalverwaltungen: Weg aus organisierter Unverantwortlichkeit. In: Das Parlament, Ausgabe "Kommunale Selbstverwaltung in Deutschland", 6. März 1998, S. 6.
[4] Statistisches Bundesamt. Bei den Ländern ist dieser Anteil allerdings wesentlich höher und liegt bei 38%, im Durchschnitt aller öffentlichen Haushalte beträgt er 19%. Der höhere Anteil bei den Ländern beruht aber gerade auf Leistungen, die für die Zukunftsfähigkeit entscheidend sind (Bildung) und deshalb kaum nennenswert verringert werden könnten.
[5] Rürup: Effizienzrevolution in der öffentlichen Verwaltung. Wann, wenn nicht jetzt? In: Verwaltung und Management, 2000, S. 267. Diese Zahlen beziehen sich auf den Staat insgesamt, nicht nur den Bundeshaushalt.
[6] Rürup, ebd., unter Verweis auf die Bundesbank
[7] unter Übernahme der Thesen von Werner Jann, Universität Potsdam, vorgetragen auf der Öffentlichen Anhörung der SPD-Bundestagsfraktion, 1995; vgl. KGSt, Ziele finden, Zahlen kennen, Handeln können. IKO-Netz, Köln o.J. (1996), S. 5
[8] Rainer Heinz, Leiter des KGSt-Programmbereichs "Bürger, Politik und Verwaltung". Der Beitrag ist ein Vorabdruck für die Zeitschrift "SOCIALmanagement 3/2001" (Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden), die sich Anfang Mai 2001 schwerpunktmäßig mit dem Stand der Verwaltungsreform in Deutschland beschäftigt. Online im Internet veröffentlicht www.kgst.de, übernommen am 8.12.2000
[9] Handbuch Qualitätsmanagement, 1999, S. 32
[10] Entnommen aus Oechsler, Walter A. / Vaanholt, Silke, Human Resource Management - Auswirkungen des New Public Management auf ein zeitgemäßes Personalmanagement in der öffentlichen Verwaltung. In: Budäus / Conrad / Schreyögg[Hrsg.], New Public Management. Berlin ; New York 1998, S. 156
| Entstehung Zitate Rahmen Ziele Prinzipien Entwicklung Maßnahmen Vergleich |
Online-Verwaltungslexikon olev.de,
Stand: 2002-08-28
Kontakt: lexikon@olev.de.
Verantwortlich: Prof. Dr.
Burkhardt Krems, Köln