Promotor, Promotorenmodell
Promotoren sind Personen, die einen Innovations- oder Transformationsprozess
aktiv und intensiv und mit besonderem Engagement - über den "pflichtgemäßen
Einsatz" hinaus - fördern. Die Kombination von Macht- und Fachpromotor
(Promotorenmodell, E. Witte) hat sich als besonders erfolgreich erwiesen.
Beschreibung des Promotorenmodells
Promotoren sind Personen, die einen Innovations- oder Transformationsprozess
aktiv und intensiv fördern, und zwar über den "pflichtgemäßen
Einsatz" hinaus (1). Der Erfolg des Prozesses hängt
in vielen Fällen davon dann, das entsprechende Promotoren vorhanden sind,
die sich gemeinsam dafür engagieren.
Promotoren können macht- oder fachorientiert Einfluss
nehmen:
- Machtpromotoren verfügen aufgrund formaler Autorität über
legitimierte Macht mit Sanktionsmöglichkeiten und wissen sie auch zu
nutzen.
- Fachpromotoren verfügen über spezifisches Fach- und/oder
Methodenwissen. Die hierarchische Position ist dabei unerheblich.
- Prozesspromotoren haben Organisationskenntnis, stellen die Verbindung
zwischen Macht- und Fachpromotor und anderen in der Unternehmung Beteiligten
her und steuern den Innovationsprozess.
- Beziehungspromotoren verfügen über ein Netzwerk guter persönliche
Beziehungen zu wichtigen Akteuren sowie über die Fähigkeit, neue
Netzwerkbeziehungen zu entwickeln und zu nutzen.
Restriktoren oder Opponenten sind Personen, die einen
Innovations- oder Transformationsprozess verzögern oder verhindern können.
Bedeutung des Promotorenmodells für die Praxis
der Modernisierung
- Das Promotorenmodell ist zunächst ein analytisches Modell das erklärt,
unter welchen Voraussetzungen Änderungsprozesse zur Bewältigung von Problemen
größere Aussicht auf Erfolg haben.
- Verwendung des Promotorenmodell: Es ist abzugrenzen gegenüber der Projektorganisation.
Beide Gestaltungen betreffen "Projekte", d. h. Vorhaben, die sich von Routine-
und Daueraufgaben abgrenzen. Eine feste Grenze für das Einsatzgebiet ist nicht
zu definieren, das Promotorenmodell hat jedoch Beschränkungen der Leistungsfähigkeit,
so dass bei einer zu großen Zahl von Beteiligten und/oder einem zu hohen personellen
Aufwand die Projektorganisation notwendig ist.
- Die von den Gruppen des Kurses ausgewählten Reformprojekte eignen sich
überwiegend nicht für das Promotorenmodell, weil sie zu aufwendig sind.
- Vorhaben, bei denen der Einsatz des Promotorenmodell sinnvoll sein kann:
- Einführung von Zielvereinbarungen als Managementinstrument, wenn diese
Einführung schrittweise erfolgt
- mit der gleichen Einschränkung die Einführung von Benchmarking
- gegebenenfalls bestimmte Projekte im Rahmen der Einführung oder Modernisierung
von IT ·
- die schrittweise Einführung von Telearbeit (im Gegensatz zur flächendeckenden
Einführung mit erheblichen Steigerungsraten in kurzer Zeit)
- Rollen im Promotorenmodell
- Unverzichtbar ist der Machtpromotor, der mit Positionsmacht versehen
hinter dem Vorhaben steht und dafür sorgt, dass der Fachpromotor arbeiten
kann und bei Bedarf die erforderlichen Entscheidungen getroffen werden.
- In aller Regel unverzichtbar ebenfalls der Fachpromotor, der
die konzeptionelle Arbeit leistet und bei Bedarf die erforderlichen Entscheidungen
anregt
- Die Zusammenfassung von beiden Funktionen ist nur bei relativ
kleinen Vorhaben denkbar und rechtfertigt nicht, von einem besonderen
Modell zu sprechen. Führungskräfte haben oft bestimmte Lieblingsprojekt,
um die sie sich intensiv kümmern, die wäre keine Erscheinung, die
einer besonderer Untersuchung bedarf.
- Als Prozesspromotor kommt vor allem eine Person aus einer Querschnittseinheit
in Betracht, die über den organisatorischen Durchblick verfügt.
- Auch der Beziehungspromotor, der Informationen über Informationen und
Ressourcen sowie eine besondere Sozialkompetenz besitzt, kann eine wertvolle
Unterstützung sein.
- Fachpromotoren, die die Voraussetzungen als Prozess- oder Beziehungspromotor
mitbringen, machen unter Umständen besondere Promotoren für diese Funktion
entbehrlich.
- Das Promotoren-Modell lässt sich nicht beliebig einsetzen: es hängt
davon ab, dass entsprechende Personen verfügbar sind, die über die
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen und zusätzlich
bereit sind, sich über das normale Maß hinaus zu engagieren
(s.o.)
- Das schränkt die Möglichkeiten ein, dieses Promotorenmodell als Managementinstrument
einzusetzen, sensibilisiert aber für die Voraussetzungen des Erfolgs und
sollte dazu beitragen, nach der je nach Situation geeigneten Reformstrategie
zu suchen.
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© Copyright: Prof. Dr. Burkhardt Krems,
Köln,
2007-02-08