Qualität
Qualität ist nach der Definition von Avedis Donabedian:
...die Übereinstimmung zwischen dem Pflegeergebnis und den zuvor formulierten
Zielen.
Im Mittelpunkt der pflegerischen Überlegungen steht der Patient mit seinen
Wünschen, Erwartungen, Ressourcen und seinen Ängsten.
Unterteilung nach Donabedian
International anerkannt ist Donabedians Aufteilung von Qualität in die
Bereiche Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.
http://www.pflegewiki.de/wiki/Avedis_Donabedian
Dienstleistungsqualität (auch Servicequalität)
Kriterien der Dienstleistungsqualität
Competence (Kompetenz)
Courtesy (Höflichkeit)
Credibility (Glaubwürdigkeit)
Security (Sicherheit)
Access (Kontaktbequemlichkeit)
Communication (Kommunikation)
Understanding (Verständnis)
Tangibles (Materielles Umfeld)
Reliability (Zuverlässigkeit)
Responsiveness (Reaktion)
http://de.wikipedia.org/wiki/Servicequalit%C3%A4t
http://www.bundesaerztekammer.de/30/Qualitaetssicherung/78Glossar.html
Akkreditierung:
"Formelle Anerkennung der Kompetenz einer Organisation oder Person, bestimmte
Leistungen erbringen zu dürfen, durch eine dazu legitimierte Institution,
die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung
definierte Sanktionen nach sich zieht." [1] (ursprünglich bzw. gemäß
DIN EN ISO 17025:2000: "...eines Prüflaboratoriums, bestimmte Prüfungen
oder Prüfungsarten auszuführen").
Algorithmus:
Eine Vorschrift zur Lösung einer Aufgabe in endlich vielen definierten
Schritten. Realisierungen von Algorithmen in der Informatik sind z. B. Computerprogramme.
Anforderung (requirement):
"Erfordernis oder Erwartung, das oder die festgelegt, üblicherweise
vorausgesetzt oder verpflichtend ist. Damit ist die Anforderung die Spezifikation
von Qualität: Anforderungen beinhalten sowohl Erfordernisse (gesetzliche
Vorgaben, Richtlinien, Standards) als auch Erwartungen (u.a. Forderungen der
Gesellschaft, Kapitalgeber, Patientenerwartungen), und können auf Strukturen,
Prozesse und Ergebnisse bezogen werden. Aus der formulierten und ggf. dokumentierten
Anforderungen können Qualitätsmerkmale abgeleitet (bzw. Qualitätsindikatoren
definiert) werden." [2] Damit umfasst der Begriff "Anforderung"
sowohl marktbegründete als auch vertragliche als auch interne Forderungen
einer Organisation. Sie können in den unterschiedlichen Planungsstufen
entwickelt, detailliert und aktualisiert werden und sollten in funktionalen
Bedingungen ausgedrückt und dokumentiert werden.
Audit:
"Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung
von Auditnachweisen und zu deren objektiver Auswertung, um zu ermitteln, inwieweit
Auditkriterien erfüllt sind." [3] Dem aus dem Englischen stammende
Begriff entspricht im Deutschen am ehesten "Revision" oder "Überprüfung".
Im Kontext mit Qualitätsmanagement ist das Audit ein durch eine externe
("unabhängige") Stelle erfolgendes Begutachtungsverfahren von
Organisationen bzgl. der Einführung und Aufrechterhaltung eines Qualitätsmanagementsystems
à Zertifizierung. Ein "Audit" erfolgt auch im Rahmen einer
Zertifizierung nach KTQ.
Black-Box-Methode:
Analysetechnik. Betrachtung eines Systems als schwarzen Kasten (in dem man also
nichts erkennen kann) unter Vernachlässigung seiner inneren Struktur und
Abläufe. Das Systemverhalten (Funktion) kann dann anhand der wirkungsspezifischen
Input-Output-Relationen analysiert werden.
Brainstorming:
Ideenfindungstechnik. Eine hinsichtlich ihrer problemrelevanten Kenntnisse und
Erfahrungen heterogene Gruppe von ca. 5 bis 10 Personen sucht gemeinsam unter
der Leitung eines Moderators nach Ideen zur Lösung eines vorgegebenen Problems.
Sämtliche Ideen werden dokumentiert, zum Abschluss der Brainstormingsitzung
systematisiert und von der Gruppe bewertet (bewertete Vorschlagsliste). Wichtige
Regeln für die Durchführung eines Brainstormings sind: keine Kritik
oder Beurteilung der Ideen während der Sitzung, Entwicklung möglichst
vieler Ideen (Quantität vor Qualität), außergewöhnliche
Ideen und die gedankliche Weiterentwicklung bereits genannter Ideen sind erwünscht.
Case Management:
Leitlinien-gestützte, sektorübergreifende und durch Fachkräfte
unterstützte Versorgungsform, die sich auf individuelle Patienten oder
kleine Patientengruppen bezieht, und eine Verbesserung der Versorgung zum Ziel
hat.
CEN: Europäisches Komitee für Normung
Comité Européen de Normalisation. Europäisches Komitee für
Normung. Normierungsbehörde, European Committee for Standardization.
http://www.cenorm.be/cenorm/index.htm
Les normes éditées par le comité européen de normalisation sont reconnaissables par leurs formes EN XXX.
CEN zeichnet verantwortlich für europäische Normen in allen technischen Bereichen außer Elektrotechnik und Telekommunikation.
CEN, the European Committee for Standardization, was founded in 1961 by the national standards bodies in the European Economic Community and EFTA countries.
Now CEN is contributing to the objectives of the European Union and European
Economic Area with voluntary technical standards which promote free trade, the
safety of workers and consumers, interoperability of networks, environmental
protection, exploitation of research and development programmes, and public
procurement.
Change Management:
ist das professionelle Gestalten, Planen und Durchführen von Veränderungsprozessen
mit dem Ziel der optimalen Abstimmung der Komponenten und der optimalen Leistungsfähigkeit
eines Unternehmens. Der Erfolg eines Wandels hängt von vielen, verschiedenen
Faktoren ab, vor allem aber auch von den Mitarbeitern. Die Herausforderung liegt
dabei in einem schnellen, reibungslosen, akzeptierten und erfolgreichen Veränderungsprozess.
Controlling:
Ein Prozess, der auf dem betrieblichen Regelkreis von Zielsetzung, Aktion, Abweichungsanalyse
und Reaktion aufbaut. Controlling soll die betrieblichen Adaptions- und Koordinationsaufgaben
wirkungsvoll unterstützen, damit die Unternehmensziele erreicht werden
können.
Abweichungsanalysen, Ursachenforschung sowie die Gestaltung aufeinander abgestimmter Planungs- und computergestützter Berichtssysteme für die betriebliche Führung sind weitere Bestandteile des Controlling. Dazu bedarf es insbesondere einer vertikalen (Detaillierung bzw. Verdichtung von Daten auf den einzelnen betrieblichen Ebenen), horizontalen (gesamtzielorientierte Aggregation der Daten auf der obersten Führungsebene) und zeitlichen Koordination der entsprechenden Informationsprozesse.
Controlling ist nicht synonym mit "Kontrolle". Es geht als umfassende Hilfe zur Betriebsführung weit darüber hinaus. Da der Controlling-Instanz (intern, extern) keine Entscheidungskompetenz obliegt, ist "Controlling" jedoch nicht mit dem Begriff "Steuerung" gleichzusetzen. Siehe auch Medizin-Controlling.
Datenqualität:
Die Eigenschaft eines Datums in bezug auf die Gütekriterien Objektivität,
Validität und Reliabilität.
DIN:
Deutsches Institut für Normung e.V.. Das DIN ist auf der Basis eines Vertrages
mit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich für die Normungsarbeit
in Deutschland. Das DIN koordiniert ferner die Normungsaktivitäten auf
internationaler Ebene und ist diesbezüglich "nationale Spiegelorganisation"
zu ISO und CEN.
DIN EN ISO 9000:2000 ff:
Diese internationale, erstmals Ende der 80er Jahre entwickelte Normenreihe gibt
Empfehlungen und Standards zum Qualitätsmanagement (Organisation, Aufbau,
Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung, Dokumentation, Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen):
DIN EN ISO 9000:2000 definiert Grundlagen und Begriffe, DIN EN ISO 9001:2000
(= Teilmenge von DIN EN ISO 9004:2000) legt Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme
fest und ist Grundlage einer entsprechenden Zertifizierung, DIN EN ISO 9004:2000
stellt einen Leitfaden zur Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen
und einer durchgängigen Leistungsverbesserung in der Organisation dar.
Vorgaben zur Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung gehören
nicht zum Inhalt der Normen: die Qualität des Produkts bzw. der Dienstleistung
sowie die zur Zielerreichung erforderlichen Unternehmensprozesse legt das zu
zertifizierende Unternehmen fest. Akkreditierte Zertifizierungsstellen überprüfen
im Rahmen einer Zertifizierung durch besonders geschulte Auditoren, ob die in
DIN EN ISO 9001:2000 festgelegten Standards nachgewiesen werden können
bzw. ob in den folgenden Überwachungs- bzw. Rezertifizierungsaudits die
ständige Verbesserung nachgewiesen werden kann.
Disease Management:
Eine sektorübergreifende Versorgungsform, die sich an Patientenpopulationen
mit speziellen Risiko-Konstellationen und nachgewiesenen Qualitätsdefiziten
der Versorgung richtet, und durch den Einsatz Evidenz-basierter Leitlinien sowie
durch die Eigeninitiative von Patienten eine Verbesserung des Outcomes erreicht
(relative Wirksamkeit).
Dokumentation:
Niederschrift oder technische Protokollierung von medizinischen Handlungen und
Ereignissen. Man unterscheidet oft freitextliche Dokumentation von kodierter
Dokumentation (z. B. mit der Internationalen Klassifikation der Diagnosen ICD).
Die Dokumentation ist Grundlage jeglicher Aussagen zur Qualität.
Effektivität:
Wirksamkeit: "Ausmaß, in dem geplante Tätigkeiten verwirklicht
und geplante Ergebnisse erreicht werden." [6]: Eine Maßnahme ist
effektiv, wenn sie geeignet ist, das formulierte Ziel zu erreichen.
Effizienz:
"Verhältnis zwischen dem erreichten Ergebnis und den eingesetzten
Ressourcen." [7]: Eine Maßnahme ist effizient, wenn eine vorgegebene
Wirkung (Effektivität) mit geringstmöglichem Ressourceneinsatz erreicht
oder alternativ ihre Wirksamkeit bei vorgegebenen Ressourcen maximiert wird.
Das bekannteste Instrument zur Effizienzbestimmung ist die Kosten-Wirksamkeits-Analyse
(engl. cost-benefit analysis).
EFQM:
Europaen Foundation for Quality Management. 1988 gegründete Stiftung führender
europäischer Unternehmen zur Förderung des Qualitätsmanagements
(nach dem US-amerikanischen Vorbild Malcom-Baldrige sowie in Konkurrenz dazu),
u.a. durch den European Quality Award (EQA). Das EFQM-Modell für Excellence
ist Grundlage eines strukturierten Assessment-Verfahrens zur (Selbst-)Analyse
von Stärken und Verbesserungspotentialen in einer Organisation und deren
Bewertung in einem gewichteten Kriterienmodell.
Empfehlungen:
"Vorschlag einer Möglichkeit des Handelns oder Unterlassens."
[8] Empfehlungen sind Ratschläge von Institutionen oder Experten für
die Gesundheitsversorgung auf der Basis einer bestehenden Rechtsgrundlage oder
der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Eine bereits in Fachkreisen konsentierte
Empfehlung stellt häufig die Vorstufe einer Leit- bzw. Richtlinie dar.
Obwohl Empfehlungen einen wesentlich geringeren normativen Charakter haben als
Leit- oder Richtlinien, kann das Nichteinhalten unter Umständen - je nach
Breite des erzielten Konsenses bzw. der Angesehenheit einzelner Experten - auch
forensische Konsequenzen haben.
Evaluation:
Bewertung der Wirkungen von Maßnahmen oder Verfahren (z. B. Auswirkungen
auf die Patientenversorgung, auf das Wohlbefinden von Patient und Arzt, auf
das ärztliche Selbstverständnis etc.) hinsichtlich vorher festgelegter
Kriterien. Auch alle Verfahren zum Qualitätsmanagement müssen evaluiert
werden, um ihre Leistung und Kosten im Kontext des Gesundheitssystems bewerten
zu können.
Expertensysteme:
Computerprogramme, die Ratschläge und Wissen wie ein menschlicher Experte
bereitstellen sollen. Die Forschung nach solchen Methoden läuft unter verschiedenen
Überschriften seit den 50er Jahren. Bisher haben nur wenige Programme weitere
Anerkennung gefunden - so z. B. in der automatischen EKG-Analyse oder der Abklärung
eines akuten Abdomens. watch dog-function.
Feedback:
Die Rückmeldung über das eigene Handeln und seine Ergebnisse als Prozeß
in einem Regelkreis. Es hat deutlichen Einfluss auf das Verhalten und ist eines
der elementaren und effizienten Mittel zur Verhaltensänderung.
Fehler:
Unerwünschter Unterschied zwischen beobachteten, gemessenen oder berechneten
Zuständen oder Vorgängen einerseits und wahren, festgelegten oder
theoretisch korrekten Zuständen oder Vorgängen andererseits. Das Institute
of Medicine (IOM) definiert Fehler als "Versagen eines Plans oder Nutzung
eines falschen Plans zum Erreichen eines Zieles". Man unterscheidet Fehler
nach ihrer Ursache oder nach dem Ereignis ihres Eintretens, aber auch nach dem
Fehlerverhalten (vgl. DIN 44.300). Fehlerforschung war in den 50er Jahren eine
der Wurzeln der späteren Qualitätssicherung.
Fehlerrate:
Häufigkeit von Fehlern bezogen auf gleiche Vorgänge bzw. Abläufe
oder in Datenbeständen.
Haloeffekt:
Systematischer Beurteilungsfehler (Wells 1907). Er beschreibt die Gefahr, bei
der Beurteilung von Einzelaspekten einer Fragestellung nicht objektiv, sondern
entsprechend einem bereits vorhandenen Bild vom Ganzen zu urteilen. Dies führt
zu einer Nivellierung der Einzelaussagen bzw. einer irrelativen Vergrößerung
der Eigenschaftsinterkorrelation.
ISO:
Internationale Standardisierungsorganisation. Deutsches Mitglied ist DIN. Die
Länder der Europäischen Union müssen ISO-Normen übernehmen,
wenn das Europäische Normierungskomitee (CEN) ebenfalls ISO-Normen übernimmt.
Konsensuskonferenz:
Methode zur Konsensfindung. Ablauf von Konsensuskonferenzen: (1) Bildung einer
Vorbereitungsgruppe. (2) Themenauswahl und Zerlegung der Fragestellung in möglichst
sich nicht überschneidende Unterthemen durch die Vorbereitungsgruppe. (3)
Bildung eines Panels (9-15 Experten, Anwender und Laien) und Verteilung der
Unterthemen auf Panelmitglieder durch die Vorbereitungsgruppe. (4) Zusammenstellung
des Stands des Wissens und der Erfahrungen durch die Vorbereitungsgruppe. (5)
Breit gestreute Einladung zur Konsensuskonferenz mit ausführlichen Unterlagen
über den Stand des Wissens und der Erfahrungen durch Panelmitglieder. (7)
Offene Diskussion, eventuell in Arbeitsgruppen. (8) Versuch einer Konsensusfindung
(inklusive "weiße" Felder, zu erwartender Effizienz und Evaluationsstrategie)
im Plenum. (9) Offizielle Bekanntmachung in einer Art konzertierter Aktion.
à vgl. auch Delphi
Klassifikationen:
Schlüsselsysteme für Diagnosen und Therapien. In Deutschland wird
z.Zt. gesetzlich die International Classification of Diagnoses (ICD) und der
von der International Classification of Procedures in Medicine (ICPM) abgeleitete
Operationsschlüssel nach § 301 SGB V (OPS-301) eingesetzt. Klassifikationen
sind Ordnungssysteme. "Klassifizierung" ist die Erstellung eines Ordnungssystems
und "Klassierung" die Einordnung eines Falles in ein Ordnungssystem.
Konformität:
Erfüllung festgelegter Forderungen
Eine durch Selbsterklärung festgestellte oder mittels (externer) Zertifizierung
bestätigte Konformität ist damit im Sinne der DIN EN ISO-Normen nicht
gleichbedeutend mit der Feststellung, ob und wie vorausgesetzte oder festgelegte
Erfordernisse bzw. Qualitätsforderungen auch tatsächlich erfüllt
werden. Sie bestätigt lediglich die vorhandene Fähigkeit, die Erfordernisse
potentiell erfüllen zu können. Die Feststellung, ob, inwieweit und
wie die Erfordernisse tatsächlich erfüllt werden, ist einem gesonderten
Verfahren vorbehalten. Im Gesundheitswesen z. B. durch Soll-Ist-Vergleiche, eine
Einheit mit vorgegebenen Referenzwerten oder Bereichen (Vergleich mit einer
qualitativen Vorgabe) oder durch Vergleich mit empirisch ermittelten Daten aus
allen Einheiten (Vergleich mit einer statistischen Vorgabe).
Kriterium:
Kennzeichen, unterscheidendes Merkmal.
Leitlinien:
"Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über
die angemessene Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen. Leitlinien
definieren Anforderungen an die Qualität der medizinisch-pflegerischen
Versorgung und ermöglichen deren Messung und Beurteilung anhand von à
Qualitätsindikatoren bzw. im à Benchmarking." [9] Sie stellen
den nach einem definierten, transparent Vorgehen erzielten Konsens mehrerer
Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Arbeitsgruppen (ggf. unter
Berücksichtigung von Patienten) zu bestimmten ärztlichen Vorgehensweisen
dar. Sie sind wissenschaftlich begründete und praxisorientierte "Orientierungshilfen
im Sinne von "Handlungskorridoren, von denen in begründeten Fällen
abgewichen werden kann oder sogar muss" [10]. Methodische Instrumente der
Leitlinienentwicklung sind zum Beispiel Konsensuskonferenzen, Therapiestudien
und Metanalysen. Auch Leitlinien selbst unterliegen spezifischen Qualitätsforderungen
und werden regelmäßig auf ihre Gültigkeit hin überprüft
und ggf. fortgeschrieben. (vgl. à Richtlinien à Empfehlungen).
Logikfehler (Bias):
Systematischer Beurteilungsfehler (Newcomb 1931). Eine ursprünglich bei
der Beurteilung von Persönlichkeitsstereotypen festgestellte Gefahr, den
Ausprägungsgrad verschiedener Eigenschaften deshalb ähnlich oder gegensätzlich
zu beurteilen, weil der Beurteiler vermutet, dass die Messparameter zusammenhängen.
Anstelle echter Beobachtung reflektiert das Urteil aus dem Wissen gefolgerte
Beziehungen zwischen Parametern.
Mildefehler:
Systematischer Beurteilungsfehler. Fehler, der im Hinblick auf eine Person ohne
Rücksicht auf zu beurteilende Einzelvariablen auftritt. Entsprechend einem
Urteil über die Person werden einzelne Variablen günstig oder ungünstig
befundet. Diesem, die seitlichen Enden der Verteilung betreffenden Fehler entspricht
für das Zentrum der Verteilung der Fehler der Zentraltendenz, der darin
besteht, dass Befunder extreme Urteile vermeiden. Ursache letzteren Urteilsverhaltens
ist in der Regel Unsicherheit oder Unkenntnis.
Moderator:
Person, die die Leitung und ggf. Vorbereitung einer Veranstaltung mit mehreren
Teilnehmern (z. B. Qualitätszirkel) übernimmt. Das im ursprünglichen
Wortsinn enthaltene "moderieren" (= mäßigen) gilt dabei
als ebenso wichtig wie die Anregung einer sachlichen Auseinandersetzung.
Monitor:
Person oder technische Einheit zur Prozessüberwachung. Als Person versteht
man darunter einen Beobachter, der einen Soll-Ist-Vergleich durchführt.
S.a. Self-monitoring. Ein Studienmonitor ist z. B. verantwortlich für Qualität
und Verfügbarkeit der Daten entsprechend Studienplan.
Nominaler Gruppenprozess:
Von Delbecq et al. (1975) entwickelter Gruppenentscheidungsprozess. Das Ergebnis
ist eine Liste von Ideen und Stellungnahmen, die nach ihrer Wichtigkeit geordnet
sind. Ablauf: (1) Jeder Teilnehmer verfasst zunächst für sich allein,
ohne Diskussion schriftliche Antworten zu den vorgegeben Problemen und Fragen.
(2) Die Antworten werden gesammelt und allen Mitgliedern gezeigt, ohne jedoch
den Autor zu nennen. (3) Die einzelnen Mitglieder nehmen in einer gemeinsamen
Runde nacheinander Stellung zu den gesammelten Antworten. (4) Die Schritte (1)-(3)
können mehrmals wiederholt werden. (5) Nach mehreren Runden einigen sich
die Teilnehmer durch Wahl oder Rangbildung schließlich auf einen bestimmter
Satz von Antworten.
Norm:
Vielfältig verwandter Begriff mit unterschiedlichen Inhalten. Der Inhalt
richtet sich auch nach dem Kontext des Begriffes. Im rechtlichen Bereich meint
er etwas anderes als zum Beispiel bei der Erarbeitung von Regeln für die
Industrie und Dienstleistungen. Nach der Definition des DIN ist eine Norm ein
Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Stelle angenommen
wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien
und Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt, wobei
ein optimaler Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang angestrebt wird.
Normen sollen auf den gesicherten Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und
Erfahrungen basieren und auf die Förderung optimaler Vorteile für
die Gesellschaft abzielen. (DIN 66066 Teil 3).
Nutzen:
Wertbegriff, der entsprechend dem jeweiligen Messmodell objektiv (Kosten-Nutzen-Analyse:
Geldeinheiten) oder subjektiv (Nutzwertanalyse: subjektive Nutzwerte) definiert
ist.
Objektivität:
Zuverlässigkeit einer Beobachtung unabhängig von dem Untersucher.
Es wird eine intrapersonelle von einer interpersonellen Objektivität unterschieden.
Letztere wird auch als Konkordanz bezeichnet.
Peer Review:
"Peer Review ist definiert als eine kontinuierliche, systematische und
kritische Reflexion durch mehrere Angehörige einer Berufsgruppe über
die eigene Leistungsfähigkeit und die der Kollegen - unter Verwendung eines
strukturierten Prozesses und mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung
der Qualität der Patientenversorgung." Unter dem Begriff "Clinical
Audit" oder "Medical Audit" wird im angelsächsischen Sprachgebrauch
ein Konzept verstanden, das ein Peer review speziell für medizinische Behandlungsprozesse
darstellt und demzufolge ausschließlich fachlich gleichgestellten ärztlichen
Kollegen zur gegenseitigen Beratung vorbehalten ist ("peers") [11]
Dieser Vorgang beginnt zum Beispiel mit der systematischen Aufzeichnung ärztlichen
Tuns und anschließender Beurteilung der erbrachten ärztlichen Leistungen
durch qualifizierte Gutachter.
Plausibilitätskontrolle:
Die Überprüfung von Ergebnissen im Kontext mit anderen verfügbaren
Angaben aus parallel oder schon früher erstellten Befunden (Befundmusterkontrolle,
Trendkontrolle) sowie anhand von Grenzwerttabellen oder nach empirischen Regeln
(Extremwertkontrolle, Regelprüfung). Die jeweiligen Entscheidungsgrenzen
können nach sachlogischen Gesichtspunkten vorgegeben oder mit Hilfe explorativer
Datenanalysen statistisch ermittelt werden.
Präzision:
Bezeichnung für das Ausmaß der Übereinstimmung der Ergebnisse
wiederholter Messungen unter vorgegebenen Versuchsbedingungen. Die quantitative
Angabe wird als Abweichung bezeichnet.
Präzisionskontrolle:
Systematische statistische Kontrolle - etwa eines Messverfahrens - über
den Grad der Abweichung bei gleichen Proben.
Profil:
Graphische Darstellung einer überschaubaren Anzahl von Merkmalen oder Messwerten,
deren Werte in der Regel vertikal übereinander angeordnet werden. Dadurch
entsteht der Eindruck eines Profils - insbesondere, wenn die Messwerte noch
durch Linien miteinander verbunden werden. Der graphisch häufig eindrucksvollen
Darstellung (Profile sind deshalb sehr beliebt) steht das Problem gegenüber,
dass das Profil selbst einen nicht definierten Aussagewert hat.
Projekt:
Ein nach methodischen Regeln im Rahmen einer Projektorganisation ablaufender
Problemlösungsprozess. Wichtig ist, dass Projekte einen definierten Anfang
und ein festgelegtes Ende haben.
Projektgeschäftsstelle:
Servicebüro, das eine oder mehrere externe Qualitätssicherungsmaßnahmen
oder -projekte auf Landes- oder Bundesebene koordiniert und/oder durchführt.
Hierzu gehören nicht nur der tägliche Dokumentations- und Auswertungsbetrieb,
sondern auch Planung, wirtschaftlicher Betrieb und Evaluation der Maßnahmen
sowie die Unterstützung korrespondierender interner Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Prozessqualität:
Ein Aspekt der Qualität der medizinischen Versorgung, der alle medizinischen
Aktivitäten unter Einbeziehung der interpersonellen und interaktionalen
Aspekte umfasst. Hierzu gehören Art und Weise der Diagnostik und Therapie,
z. B. der Medikamentenverordnung, aber auch der Gesprächsführung, der
Anamneseerhebung, Rechtzeitigkeit, Angemessenheit usw. Beeinflusst wird der
Behandlungsprozess u.a. durch die Persönlichkeit und Einstellung von Arzt
und Patient und der Wechselwirkung zwischen beiden, aber auch durch gesellschaftliche
und ethische Gesichtspunkte.
Qualität:
"Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt.
Hierbei ist ein à Merkmal definiert als kennzeichnende Eigenschaft; eine
à Anforderung ist definiert als ein Erfordernis oder eine Erwartung,
das oder die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend
ist. In zahlreichen Literaturstellen wurde oder wird "Qualität"
noch anders definiert, z. B. "Qualität = Technik + Geisteshaltung",
"Qualität ist das Erreichte im Verhältnis zum Machbaren, bezogen
auf die Menge des Gewünschten", als "fitness for use", "fitness
for purpose", "customer satisfaction" oder "conformance
to the requirements". Diese Begriffsbestimmungen kommen der DIN ISO-Definition
recht nahe, indem sie die (tatsächlich vorhandene) Ausprägung der
Erfüllung von Anforderungen (à Konformität) beschreiben: sie
implizieren gleichzeitig bestimmte Formen, Richtungen oder Grade dieser Ausprägung."
[12]
Qualitäts(an)forderung (Requirements for quality):
Formulierung der Erfordernisse oder deren Umsetzung in eine Serie von quantitativ
oder qualitativ festgelegten Forderungen an die Merkmale einer Einheit zur Ermöglichung
ihrer Realisierung und Prüfung. Es ist entscheidend, dass die Qualitätsforderung
die festgelegten und vorausgesetzten Erfordernisse des Kunden voll widerspiegelt.
Der Begriff "Forderung" erfasst sowohl marktbegründete als auch
vertragliche als auch interne Forderungen einer Organisation. Sie können
in den unterschiedlichen Planungsstufen entwickelt, detailliert und aktualisiert
werden. Quantitativ festgelegte Forderungen an die Merkmale enthalten z. B.
Nennwerte, Bemessungswerte, Grenzabweichungen und Toleranzen. Die Qualitätsforderung
sollte in funktionalen Bedingungen ausgedrückt und dokumentiert werden.
Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB):
Beauftragter der obersten Leitung mit der festgelegten Befugnis und Verantwortung
dafür, dass ein Qualitätsmanagementsystem festgelegt, verwirklicht
und aufrechterhalten wird, alle QM-Massnahmen konsequent umgesetzt werden und
deren Wirksamkeit kontinuierlich überprüft und dargestellt wird.
Qualitätsbericht:
Gesetzlich ab 2005 (für 2004) gemäß § 137 SGB V vorgeschriebene
Veröffentlichung mit Angaben zum Spektrum und Anzahl der Leistungen sowie
dem Stand der Qualitätssicherung aller zugelassenen Krankenhäusern,
der u.a. im Internet veröffentlicht werden soll und die Basis für
Empfehlungen von Zuweisern sowie Kostenträgern bildet. (Möglichkeit
für Patienten, sich zu informieren)
Qualitätsindikator:
"Quantitatives Maß, welches zum Monitoring und zur Bewertung der
Qualität wichtiger Leitungs-, Management-, klinischer und unterstützender
Funktionen genutzt werden kann, die sich auf das Behandlungsergebnis beim Patienten
auswirken. Ein Indikator ist kein direktes Maß der Qualität. Es ist
mehr ein Werkzeug, das zur Leistungsbewertung benutzt werden kann, das Aufmerksamkeit
auf potentielle Problembereiche lenken kann, die einer intensiven Überprüfung
innerhalb einer Organisation bedürfen könnten." [13] Qualitätsindikatoren
bilden die Qualität einer Einheit durch Zahlen bzw. Zahlenverhältnisse
indirekt ab. Man kann sie auch als qualitätsbezogene Kennzahlen ("Qualitätskennzahlen")
bezeichnen. Die Ausprägung eines Indikators kann mit guter bzw. schlechter
Qualität in Verbindung gebracht werden. Hierzu verwendet man definierte
Ausprägungen des Indikators, den sog. Referenzwert oder Referenzbereich.
Qualitätsindikatoren sind struktur-, prozess- und/oder ergebnisbezogen.
Darüber hinaus müssen Qualitätsindikatoren - je nach Anwendung
- den Anforderungen der Validität, Reliabilität, Sensitivität
und Spezifität genügen. [14]
Qualitätskontrolle:
Obsolet: Dieser Begriff wird im Deutschen nicht definiert. Von seiner Benutzung
wird abgeraten. [15] (Maßnahmen zur fortlaufenden Überwachung der
Qualität von in Masse produzierten Gütern und erbrachten Dienstleistungen,
z. B. die im Eichgesetz sowie in Richtlinien der Bundesärztekammer und ihren
Ausführungsbestimmungen geregelte "Qualitätskontrolle" im
medizinischen Laboratorium (Richtigkeitskontrolle, Präzisionskontrolle,
Ringversuche) werden der Qualitätssicherung zugerechnet.) vgl. Qualitätslenkung.
Qualitätslenkung:
Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erfüllung von Qualitätsanforderungen
gerichtet ist. Qualitätslenkung umfasst Arbeitstechniken und Tätigkeiten,
deren Zweck sowohl die Überwachung eines Prozesses als auch die Beseitigung
von Ursachen nicht zufriedenstellender Ergebnisse in allen Phasen der Leistungserbringung
ist. Der englische Begriff "to control" bedeutet "steuern",
"betätigen", "regeln", "regulieren". Davon
leitet sich der streng im betriebswirtschaftlichen Sinne zu interpretierende
Begriff "Controlling" bzw. "quality control" ab. [16]
Qualitätsmanagement:
Aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation
bezüglich Qualität, die üblicherweise das Festlegen der Qualitätspolitik
und der Qualitätsziele, die Qualitätsplanung, die Qualitätslenkung,
die Qualitätssicherung und die Qualitätsverbesserung umfassen. Qualitätsmanagement
umfasst demgemäss alle Aspekte im Rahmen der Unternehmensführung,
die im Zusammenhang stehen mit der von der obersten Leitungsebene formulierten,
grundlegenden Einstellung sowie den Absichten, Zielsetzungen und Maßnahmen
in Bezug auf die Erreichung und Verbesserung von Qualität. Dabei sind vielfältige
Einflussmöglichkeiten zu berücksichtigen, insbesondere Aspekte der
Wirtschaftlichkeit, der Gesetzgebung, der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes
und der Umwelt. Hinzu kommen die Wünsche und Anforderungen der Kunden.
Die Unternehmensleitung trägt eine nicht delegierbare Verantwortung für
das Qualitätsmanagement und muss darüber hinaus auch aktiv für
die konsequente Umsetzung auf allen Hierarchieebenen sorgen. [17]
Qualitätsmanagement-Handbuch (quality manual):
Dokument, in dem das Qualitätsmanagementsystem einer Organisation festgelegt
ist. QM-Handbücher können hinsichtlich Detaillierung und Format an
die Größe und Komplexität einer einzelnen Organisation angepasst
sein. Ein QM-Handbuch kann sich auf die Gesamtheit der Tätigkeiten einer
Organisation oder nur auf einen Teil davon beziehen. Titel und Zweckbestimmung
des Handbuches spiegeln den Anwendungsbereich wider.
Qualitätsmerkmal:
Inhärentes Merkmal eines Produkts, Prozesses oder Systems, das sich auf
eine Anforderung bezieht.
Qualitätsplanung:
Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Festlegen der Qualitätsziele
und der notwendigen Ausführungsprozesse sowie der zugehörigen Ressourcen
zur Erfüllung der Qualitätsziele gerichtet ist.
Qualitätspolitik:
Übergeordnete Absichten und Ausrichtung einer Organisation zur Qualität,
wie sie von der obersten Leitung formell ausgedrückt wurden. Generell steht
die Qualitätspolitik mit der übergeordneten Politik der Organisation
im Einklang und bildet den Rahmen für die Festlegung von Qualitätszielen.
Qualitätssicherung:
Teil des Qualitätsmanagements, der auf das Erzeugen von Vertrauen darauf
gerichtet ist, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden. In der
aktuellen Terminologie wird Qualitätssicherung - gemäß der wörtlichen
Übersetzung - als "Qualitätszusicherung" verstanden. Hierunter
sind Aktivitäten zu verstehen, die bei Kunden und Partnern im Gesundheitswesen
Vertrauen schaffen, dass eine Organisation alle festgelegten, üblicherweise
vorausgesetzten und verpflichtenden Erfordernisse und Erwartungen erfüllt.
[18] In der Gesundheitsversorgung in Deutschland spielte der Begriff Qualitätssicherung
bisher eine zentrale Rolle für verschiedenste Aktivitäten. Es wurde
traditionell zwischen interner und externer Qualitätssicherung unterschieden.
"Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen" umfassten durchaus
auch Aspekte der Qualitätsverbesserung und des Qualitätsmanagements.
Unter "externer Qualitätssicherung" wurden insbesondere Qualitätssicherungsmaßnahmen
mit externen Vergleichen verstanden. Einige der bekanntesten Maßnahmen
- z. B. Perinatologie, Neonatologie, Allgemeine Chirurgie - beruhen auf diesem
Verfahren. Im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung [§137 SGB V (seit 1989)]
zur Qualitätssicherung in der stationären Versorgung spielt das Prinzip
der vergleichenden Prüfung ebenfalls eine zentrale Rolle. Für die
Gesamtheit aller qualitätswirksamen Tätigkeiten und Zielsetzungen
in einer Organisation soll nach allgemeinen Übereinkünften in den
nationalen und internationalen Normungsgremien soll dafür der Begriff "Qualitätsmanagement"
zur Anwendung gelangen.
Qualitätssicherung/QM-Darlegung:
Siehe "QM-Darlegung" bzw. "Qualitätsmanagement". In
der Gesundheitsversorgung in Deutschland spielte der Begriff Qualitätssicherung
bisher eine zentrale Rolle für verschiedenste Aktivitäten. Es wurde
traditionell zwischen interner und externer Qualitätssicherung unterschieden.
"Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen" umfassten durchaus
auch Aspekte der Qualitätsverbesserung und des Qualitätsmanagements.
Unter "externer Qualitätssicherung" wurden insbesondere Qualitätssicherungsmaßnahmen
mit externen Vergleichen verstanden. Einige der bekanntesten Maßnahmen
- z. B. Perinatologie, Neonatologie, Allgemeine Chirurgie - beruhen auf diesem
Verfahren. Im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung [§137 SGB V (seit 1989)]
zur Qualitätssicherung in der stationären Versorgung spielt das Prinzip
der vergleichenden Prüfung ebenfalls eine zentrale Rolle (siehe auch Qualitätsmanagement
und QM-Darlegung).
QM-Bewertung bzw. Bewertung des Qualitätsmanagementsystems:
Regelmäßige, systematische Beurteilung der Eignung, Angemessenheit,
Wirksamkeit und Effizienz des Qualitätsmanagementsystems in Übereinstimmung
mit der Qualitätspolitik und den Qualitätszielen durch die oberste
Leitung. Diese Bewertung schließt die Ermittlung des Handlungsbedarfs,
auch im Hinblick auf Möglichkeiten für Verbesserungen und Änderungsbedarf
für das Qualitätsmanagementsystem sowie der Qualitätspolitik
und der Qualitätsziele (Anpassung an sich ändernde Erfordernisse und
Erwartungen interessierter Parteien) ein. [19]
Qualitätsmanagement-System (QM-System):
Managementsystem zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich Qualität,
d.h. die zur Verwirklichung des Qualitätsmanagements erforderliche Organisationsstruktur,
Verfahren, Prozesse und Mittel. Bei der Gestaltung ihrer QM-Systeme sind die
Organisationen grundsätzlich frei.
Qualitätsverbesserung:
Teil des Qualitätsmanagement, der auf die Erhöhung der Fähigkeit
zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen gerichtet ist. Dies umfasst
alle in einer Organisation ergriffenen Maßnahmen zur Erhöhung der
Effektivität und Effizienz von Tätigkeiten und Prozessen, um zusätzlichen
Nutzen sowohl für die Organisation als auch für ihre Kunden zu erzielen.
Qualitätsverbesserung und Qualitätsplanung sollten zusammenwirken.
Erkenntnisse aus der Qualitätsverbesserung können sich auf die Qualitätsplanung
auswirken. Beispiel: Das Steuerungsgremium der Krankenhausabteilung diskutiert
regelmäßig die für den Arbeitsbereich der Abteilung relevanten,
neu erschienenen Veröffentlichungen und beschließt ggf. Verbesserungsmaßnahmen
für die Arbeit der Abteilung, die sich z. B. in Änderungen der Therapieschemata
niederschlagen. (vgl. à Ständige Verbesserung)
Qualitätszirkel:
Kleine institutionalisierte Gruppe von 5-12 Mitarbeitern, die regelmäßig
zusammentreffen, um in Ihrem Arbeitsbereich auftretende Probleme freiwillig
und selbständig zu bearbeiten. [20] Diese - im allgemeinen berufsgruppen-
und/oder abteilungsübergreifende - Definition geht über die früher
gebräuchliche, ausschließlich auf Ärzte bezogene Formulierung
hinaus, wonach ärztliche Qualitätszirkel als auf freiwilliger Initiative
gegründete Foren (Kleingruppen) für einen kontinuierlichen interkollegialen
Erfahrungsaustausch, der problembezogen, systematisch und zielgerichtet ist
und der in gleichberechtigter Diskussion der Teilnehmer eine gegenseitige Supervision
zum Ziel hat, definiert wurden. [21]
Referenz (-wert, -bereich):
Der Referenzbereich ist das Intervall, innerhalb dessen die Ausprägung
eines Qualitätsindikators als "unauffällig" definiert wird.
Ein Referenzwert ist ein Referenzbereich, dessen Unter- und Obergrenze zusammenfallen.
Referenzbereiche bzw. -werte müssen im Rahmen der Qualitätsforderung
festgelegt werden. Diese Festlegung kann entweder empirisch (statistisch) oder
normativ (Expertenkonsens) erfolgen. [22]
Reliabilität:
Zuverlässigkeit. Gütekriterium, das die Messgenauigkeit eines Verfahrens
angibt. Im Hinblick auf menschliche Messungen wird auch von Objektivität
bzw. Interbeobachterübereinstimmung gesprochen. Der eng verwandte Begriff
der "reproducibility" wird im engeren Sinne für die Wiederholungsstabilität
eines technischen Messvorganges verwandt. Psycho- und Soziometrie bestehen zu
einem überwiegenden Teil aus Reliabilitäts- und Validitätstesten.
Diese werden dann exakter nach dem jeweils verwandten Bestimmungsverfahren bezeichnet
(z. B. Split-half-Reliabilität).
Revision:
Prüfung definierter Ergebnisse (z. B. Jahresabschluss), Prozesse (z. B. automatisierte
Datenverarbeitung) oder Systeme (z. B. Anwendungssysteme) durch unabhängige
Personen innerhalb (interne Revision) oder außerhalb (externe Revision)
eines Unternehmens.
Richtigkeitskontrolle:
Verfahren zur Qualitätskontrolle zur Feststellung der --> Validität
von Messungen, z. B. im medizinischen Laboratorium. Es werden Untersuchungen
von definierten Referenzmaterialien durchgeführt und diese Resultate mit
den zuvor mit einer Referenzmethode ermittelten Sollwerten verglichen.
Richtlinie:
Richtlinien sind von einer rechtlich legitimierten Institution konsentierte,
schriftlich fixierte und veröffentlichte Regelungen des Handelns oder Unterlassens,
die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung
definierte Sanktionen nach sich zieht.
Ringversuch:
Externe Qualitätskontrollmethode. Die Qualität von Analysenmethoden
wird anhand von zugesandten Kontrollmaterialien überprüft. Die Überwachung
von Ringversuchen im Laborbereich der ambulanten Versorgung obliegt z. B. den
Kassenärztlichen Vereinigungen. Die erfolgreiche Teilnahme an den vorgeschriebenen
Ringversuchen ist Voraussetzung für die Abrechnungsfähigkeit der Laborleistungen
bei den Krankenkassen.
Self-monitoring:
Die Selbstkontrolle durch kontinuierliches Beobachten des eigenen Handelns.
Serendipity:
Begriff aus einem arabischen Märchen. Mit ihm werden Schlussergebnisse
aus Datenanalysen bezeichnet, die zufällig entstehen und nicht in Bezug
auf ihre Validität interpretierbar sind. Serendipities sind die größte
Gefahr bei unsystematischen Datenanalysen.
Ständige Verbesserung
Wiederkehrende Tätigkeiten zum Erhöhen der Fähigkeit, Anforderungen
zu erfüllen. Das Konzept der ständigen Verbesserung (bislang im angloamerikanischen
Sprachgebrauch als "Continuous quality improvement, CQI" bzw. im Deutschen
als kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP bekannt, früher auch als
"Qualitätskreis" oder "Qualitätsspirale" beschrieben)
geht zurück auf W.E. Deming und den von ihm - basierend auf Vorarbeiten
seines Lehrers Shewhart - entwickelten Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA), der
zugleich Anwendungs- und Erklärungsmodell ist. [23]
Standard:
Eine normative Vorgabe qualitativer und/oder quantitativer Art bezüglich
der Erfüllung vorausgesetzter oder festgelegter Qualitätsforderungen.
[24] Der englische Begriff "standard" ist im Deutschen mit "Norm"
zu übersetzen. Allgemein werden Begriffe wie Maßstab, Norm, Richtschnur,
Leistungs- und Qualitätsniveau hierunter verstanden. Die Wertigkeit und
damit die Verbindlichkeit eines Standards entspricht dem einer Richtlinie. [25]
Aus juristischer Sicht ist Standard das, "was auf dem betreffenden Fachgebiet
den gesicherten Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht und in der medizinischen
Praxis zur Behandlung der jeweiligen gesundheitlichen Störung anerkannt
ist" [26].
Struktur-/Prozess-/Ergebnisqualität:
Grad, in dem (je) ein Satz inhärenter Merkmale der Struktur, der Prozesse
bzw. des (Behandlungs-) Ergebnisses Anforderungen erfüllt. [27] Die international
gebräuchliche Einteilung in Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
als "Ebenen derQualitätsbeobachtung und -beurteilung im Gesundheitswesen"
[28] geht auf Donabedian [29] zurück. Er unterscheidet Struktur, Prozess
und Ergebnis wie folgt: "Structure describes the physical, organizational,
and other characteristics of the system that provides care and of its environment.
Process is what is done in caring for patients. Outcome is what is achieved,
an improvement usually in health but also in attitudes, knowledge, and behaviour
conducive to future health.'' [30] Damit umfasst
Strukturqualität die Rahmenbedingungen, das Umfeld für die medizinische Versorgung, personelle und materielle Ressourcen, organisatorische und finanzielle Gegebenheiten einschl. der Zugangsmöglichkeiten für die Patienten,
Prozessqualität alle medizinischen/pflegerischen/therapeutischen Tätigkeiten, die zwischen Anbietern und Verbrauchern von Gesundheitsleistungen ablaufen,
Ergebnisqualität die dem medizinischen/pflegerischen/therapeutischen Handeln zuschreibbaren Veränderungen des Gesundheitszustandes der Patienten einschl. der von diesem Veränderungen ausgehenden Wirkungen.
(Ein Aspekt der Qualität der medizinischen Versorgung, der bestimmt wird durch die Rahmenbedingungen im Einzelfall und durch die politischen und ökonomischen Faktoren, unter denen Gesundheitsversorgung stattfindet (z. B. technische Ausstattung der Praxis, Zugangsmöglichkeiten für Patienten, Fähigkeiten des Praxispersonals, Genauigkeit der Datendokumentation, Ausbildungsstand des Arztes).
Studienplan:
Genaue Festlegung der Annahmen, Hypothesen, statistischen Modellen, der Datenerhebung
etc. einer Studie. Ist heute genormt und absolute Voraussetzung für die
Anerkennung von Studien.
Subjektivität:
Bewertung aus persönlicher Sicht.
Supervision:
Überwachung eines Prozesses. Im therapeutischen Bereich häufig eingesetzt,
um interpersonelle Qualitäten des Arztverhaltens zu beobachten, zu hinterfragen
und zu korrigieren.
Trendkontrolle:
Plausibilitätsprüfung in Laboratorien, um Probenverwechslungen oder
andere grobe Messfehler zu erkennen. Unter Vorgabe einer Irrtumswahrscheinlichkeit,
die von den jeweiligen Parametern einer biologischen Kenngröße abhängt,
wird automatisch auf alle unplausiblen (auffälligen) Abweichungen von den
Vorwerten desselben Patienten aufmerksam gemacht.
Umfassendes Qualitätsmanagement:
Auf die Mitwirkung aller ihrer Mitglieder gestützte Managementmethode einer
Organisation, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch Zufriedenstellung
der Kunden auf langfristigen Geschäftserfolg sowie auf Nutzen für
die Mitglieder der Organisation und für die Gesellschaft zielt (aus DIN
EN ISO 8402: 08.95). Das umfassende Qualitätsmanagement wird im Deutschen
das Total Quality Management (TQM) bezeichnet. Der Begriff "Total Quality
Management" ist in der aktuellen Fassung der DIN EN ISO 9000:2000 zu Begriffen
im Qualitätsmanagement nicht mehr gesondert definiert. Nach heutigem Verständnis
des Qualitätsmanagementansatzes ist diese Führungsmethode bereits
so umfassend ausgelegt, dass die frühere Differenzierung zwischen Qualitätsmanagement
und umfassendem Qualitätsmanagement nur noch minimal ist. Die Weiterentwicklung
von Qualitätsmanagement zu umfassendem Qualitätsmanagement als ganzheitlicher,
unternehmensweiter Managementansatz beinhaltet die besondere Hervorhebung einer
konsequenten Mitarbeiterorientierung, Umwelt, Gesellschaft, Partnerschaften
(vgl. EFQM). "Damit kann Total Quality Management als die umfassendste
(Qualitäts-)Strategie angesehen werden, die für ein Unternehmen denkbar
ist. Vom Kunden über die eigenen Mitarbeiter bis hin zum Zulieferanten
werden alle Bereiche erfasst und integriert." [31 - Kamiske 1999, 311]
Damit wird mit diesem anspruchsvollem Konzept das Qualitätsmanagement nachhaltig
in alle Bereiche integriert. [32]
Validität:
Gültigkeit. Grad der Genauigkeit, mit dem ein Testverfahren das misst,
was es messen soll. Die Validität ist das wichtigste, jedoch auch das am
schwierigsten zu bestimmende Gütekriterium (siehe auch Reliabilität).
Nach der Bestimmungsmethode werden verschiedene Gültigkeiten voneinander
unterschieden (z. B. Konstruktvalidität, Augenscheinvalidität etc.)
Wirtschaftlichkeit (des Qualitätsmanagements):
Vergleich der Aufwendungen und Leistungen von Maßnahmen im Qualitätsmanagement.
Die Analyse dieses Aspekts ist Teil der Evaluation, die jede Maßnahme
durchlaufen sollte.
Zertifizierung:
Verfahren, in dem ein (unparteiischer) Dritter schriftlich bestätigt, dass
ein Erzeugnis, ein Verfahren, eine Dienstleistung oder eine Organisation in
ihrer Gesamtheit vorgeschriebene Anforderungen erfüllt.
Management-Konzepte im Vergleich
Management-Konzept |
||||
| Kriterium | NSM/WoV |
ISO 9001 |
EFQM |
CAF |
| Interessen / Stakeholder | |
|
|
|
Auftraggeber / Eigentümer / Politik *1) |
+ |
0 |
+ |
+ |
| Kunden / Bürger als Adressaten *2) |
+ |
+ |
+ |
+ |
Beschäftigte |
+ |
+ |
+ |
+ |
| Gesellschaft (soziale, ökologische, politische, kulturelle Verantwortung) *3) |
0 |
0 |
+ |
+ |
| Zeitbezug | |
|
|
|
Ergebnisse (Blick zurück) |
+ |
+ |
+ |
|
Potenziale (Blick nach vorn) |
+ |
+ |
+ |
|
| Einführung | |
|
|
|
| Stufenmodell (definierte Phasen) | 0 |
0 |
+ |
- |
| Einführungskonzept | + | + | + | |
| Einführungsaufwand | 0 / | ++ | ||
| Kulturelle Basis | ||||
| Instrumente | |
|
|
|
| Führung (Vorbild, Motor) | + |
+ |
+ |
+ |
| Management-Organisation vorgeschrieben | 0 |
|||
| einmalige / periodische Überprüfung*2 | 0 |
+ |
+ |
0 |
Leistungen / Ergebnisse / Potenziale |
||||
der Management-Organisation |
0 |
+ |
+ |
|
| Selbstbewertung | 0 |
möglich |
nur |
|
| eigenes Fachpersonal | 0 |
+ |
+ |
0 |
| Fremdbewertung | 0 |
+ |
0 / + |
0 |
| Zertifizierung / externe Anerkennung | 0 |
|||
| Wettbewerb | 0 |
0 |
+ |
0 / + |
| Wirkungen | |
|
|
|
| Nachhaltigkeit | ? |
0 |
+ |
0 |
| Kulturänderung | + |
? |
+ |
? |
| Unternehmensethik | ||||
Alle Konzepte sind auch für Teile einer Institution verwendbar und erfordern nicht zwangsläufig, dass eine gesamte, große Institution das Modell umsetzt
(Zuständigkeit, Personal)
*2 "Gefahr der Eintagsfliege"
The EFQM Excellence Model is a practical tool that can be used in a number of different ways:
The EFQM Excellence Model is a non-prescriptive framework based on 9 criteria. Five of these are 'Enablers' and four are 'Results'. The 'Enabler' criteria cover what an organisation does. The 'Results' criteria cover what an organisation achieves. 'Results' are caused by 'Enablers' and 'Enablers' are improved using feedback from 'Results'.
BMW, Siemens, T-Systems,
weltweit im Einsatz bei Philips, NL:
Verhältnis NSM - QM: Daten, systematisches Management, aber nicht Prozesse, nicht die Erweiterung
EFQM ist Bewertung, nicht Management-System selbst (?) - dafür Berliner Umsetzungsmodell?
BW: Auch dem Q 2006 liegt das EFQM-Modell für Exzellenz der „European Foundation for Quality Management“ zugrunde.
http://www.q2006-bw.de/
Behördenwettbewerb "Verwaltung im Wandel - Q 2006
Mit dem Behördenwettbewerb "Verwaltung im Wandel - Q 2006" sucht die Landesregierung unter der Schirmherrschaft von Herrn Ministerpräsident Günther H. Oettinger bereits zum vierten Mal die besten Behörden Baden-Württembergs, die durch kundenorientierte und innovative Verwaltungsleistungen und Reformansätze überzeugen. Der Wettbewerb ist mit Geldpreisen für die besten Gesamtleistungen und Sonderpreisen für herausragende Einzelleistungen dotiert.
Die Bewerbung kann als Gesamtbehörde oder als organisatorisch abgegrenzter Teil einer Behörde (z. B. als Abteilung) mit mindestens 30 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erfolgen.
European Foundation for Quality Management - EFQM-Modell
Kernstück des Wettbewerbs und wesentliche Beurteilungsgrundlage ist ein
Fragebogen, dem ein umfassender Qualitätsgedanke zugrunde liegt, wie ihn
die European Foundation for Quality Management in ihrem EFQM-Modell entwickelt
hat. Den Fragebogen sowie Details zu den entsprechenden Qualitätskriterien
finden Sie im Menu jeweils unter .Fragebogen. und .Qualitätskriterien EFQM.
Die Bewertung der Preisträger erfolge nach dem europäischen Modell
der European Foundation for Quality Management (EFQM), mit dem europaweit die
Qualität von Wirtschaftsunternehmen bewertet werde. Das Modell sei auf
die Besonderheiten der Verwaltung zugeschnitten worden und zeige erfolgreiche
Maßnahmen unter anderem für eine verbesserte Kunden- oder Mitarbeiterorientierung
auf. Diese könnten anderen Behörden nach dem Motto .von den Besten
lernen. zur Nachahmung dienen.
http://www.verwaltungsreform-bw.de/servlet/PB/menu/1147517/index.html