Ideenmanagement / Vorschlagswesen
(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 1.0)
1. Definition
http://www.4managers.de/index.php?id=1988
5 Erfolgsfaktoren
Ideenmanagement setzt sich in Ihrem Unternehmen erfolgreich durch, wenn die folgenden Faktoren Beachtung finden.
1. Beteiligen Sie wenn möglich alle
Ihre Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion und sollten dieser auch innerhalb des Ideenmanagement gerecht werden.
2. Verschiedene Kanäle sind wichtig
Achten Sie darauf, dass Sie und Ihre Mitarbeiter die Ideen direkt im Formular erfassen oder über den zuständigen Ideenmanager einreichen.
3. Vermeiden Sie unnötige Beschränkung
Jede eingereichte Idee, gleich welcher Art, hat ihre Berechtigung. Über die folgenden Kategorien Art, Reifegrad und Wirkung lassen sich sämtliche Ideen zuordnen.
4. Kleine sofortige Prämien
Setzen Sie kleine sofortige Prämien für jede Einreichung dienen der Wertschätzung und Motivation der Mitarbeiter.
5. Prüfung der Ideen
Nehmen Sie sich die Zeit, jede eingereichte Idee binnen einer Woche zu prüfen und gegebenenfalls mit dem Einreicher zu besprechen. So ist eine zeitnahe Rückmeldung gewährleistet.
6. Forum
Wenn Sie sich für ein dezentrales Ideenmanagement-Modell entschieden haben, ist es sinnvoll, ein Forum zur Abstimmung von Ideen und für Diskussionen einzurichten.
Innovationsmanagement
Inhalt
Innovationsmanagement-Prozess systematisieren
Bei einer Umfrage der WirtschaftsWoche und Mercer Management Consulting bei den 30 DAX-Unternehmen und den 300 größten deutschen Unternehmen, antworteten viele der befragten Manager auf die Frage nach der Ideenfindung in ihrem Unternehmen, dass es auf die richtige Balance aus kreativen Impulsen und strukturell abgesichertem Projektmanagement ankomme. Und 21 Prozent nannten kreative Freiräume und institutionalisierte Prozesse als wichtigste Ideenquelle.
Innovationspotenziale sollen also erschlossen werden und dies geschieht wohl in global agierenden Unternehmen durch gesteuerte Prozesse über alle Mitarbeiter, Standorte und Märkte.
Woran orientiert sich die Entstehung wertschaffender Innovationen bei Unternehmen? Nur an den vorhandenen Kompetenzen der Mitarbeiter? Oder leiten sich diese auch aus Trends am Markt ab? Oder gar am noch nicht ausreichend erkannten Mehrwert für den Kunden? Oder liegt gar in den Einspar-Potenzialen in der Krise die Chance für Innovationen?
Man muss als Quelle von Innovationen das gesamte Netzwerk des Unternehmens heranziehen. Also neben eigenen Kompetenzen auch die Fähigkeiten der Kunden, Lieferanten oder Externen und Wettbewerbern.
(Quelle: Mercer Management Consulting. gefunden bei http://www.dashoefer.de/)
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3-Phasen-Trichter des Innovationsmanagement
Kreativität heißt, Neues zu denken. Innovation heißt, Neues zu tun. Innovationsmanagement umfasst beides.
In einem Trichtermodell lassen sich drei Phasen im Innovationsmanagement-Prozess unterscheiden, in denen die Steuer- und Planbarkeit variiert. Exploration, Produktionsvorbereitung und Realisierung sind die typischen Schritte, mit denen künftige Marktbedürfnisse genutzt werden. Über den gesamten Verlauf des Prozesses ist das Zusammenwirken höchst unterschiedlicher Menschen erforderlich.
Folgende Aufgaben und Ziele kennzeichnen die einzelnen Phasen des Innovationsprozesses:
- Die Exploration mit Forschung, Vorentwicklung von Prozessen und Prototypen und dem Prüfen der Finanzierungsbasis endet mit der Festlegung auf ein Produktkonzept. Ab diesem Zeitpunkt sollte dieses Konzept sakrosankt sein, um Mitarbeiterfrustration, Zeit- und Kapitalverluste zu vermeiden.
- In der Produktionsvorbereitung konzentriert sich die Kreativität auf Realisierungsprobleme hinsichtlich Qualität, Kosten, Menge und Zeit. Dadurch werden erforderliche Ressourcen immer klarer zugeordnet.
- In der Realisierungsphase erfolgt dann die tatsächliche Produktion und Markteinführung der Innovation. Obwohl die explorative Phase an und für sich abgeschlossen ist, entstehen auch in der zweiten und dritten Phase immer wieder "explorative Inseln" die aber wegen ihrer überproportionalen Kostenwirksamkeit begrenzt bleiben sollten.
- Die allermeisten Innovationen sind nicht völlig neu, sondern basieren auf im Unternehmen bewährten Techniken, Vertriebswegen oder Managementstrukturen. Dabei gilt: Je revolutionärer eine Produktinnovation ist, desto stärkeres Umdenken wird von den Beteiligten verlangt. Im Anfangsstadium stellt jede Innovation unbekannte Forderungen an finanzielle, personelle und sachliche Kapazität.
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Die Dimensionen des Innovationsmanagements
Innovationen beruhen auf Kreativität, die sich weder befehlen noch kaufen lässt. Insofern lässt sich der Innovationsmanagement-Prozess nicht exakt vorausbestimmen und nach Kosten- oder Zeitkriterien optimieren. Umwege sind unvermeidbar, und mancher Irrweg erweist sich später als produktiv.
Immens wichtig ist die enge Kooperation der Beteiligten untereinander sowie mit Kunden und Lieferanten. Immer wieder neu muss entschieden werden, ob der momentane Kurs beibehalten oder modifiziert werden soll.
Daher lassen sich für das Innovationsmanagement vier Dimensionen beschreiben:
- Prozessuale Dimension
In welcher zeitlichen Folge sind welche einzelnen Innovationsschritte zu leisten? Wie entwickelt sich aus einer Vielzahl von Ideen die endgültige Innovation? (s.o.) - Personelle Dimension
Welche Personen und Instanzen müssen als <//a>Promotoren in das Innovationsprojekt einbezogen werden? - Eine Troika aus einem Fach-, einem Macht- und einem Prozesspromotoren an der Spitze eines Projektmanagements stellt eine vielversprechende Lösung dar.
- Instrumentelle Dimension
Welche Planungs-, Steuerungs- und Kontrolltechniken können eingesetzt werden? - Strukturelle Dimension
Wie wird die Interaktion mit den übrigen Abteilungen des Unternehmens gesichert? - Vertreter des kreativen (Forschung, Marktanalyse), des produktiven (Entwicklung und Qualitätssicherung) und des distributiven Stranges sollten den Innovationsprozess von Beginn an begleiten und sich gegenseitig beeinflussen.
- Vertrieb und Marketing (distributiver Strang) etwa dürfen nicht erst in der Realisierungsphase einbezogen werden, sondern müssen bereits in der Exploration einbezogen werden. Sonst steht die Treffsicherheit der Innovation am Markt auf dem Spiel.
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Innovationsmanagement in der Wirtschaftskrise
Es gibt im Wesentlichen folgende Vorteile, gerade jetzt ein systematisches und nachhaltiges Innovationsmanagement zu installieren:
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Ein Einsparpotenzial kann durch eine Innovation ausgelöst werden.
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In dynamischen Märkten kann durch eine Innovation ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil erzielt werden.
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Der Rückgang der Aufträge in einem bisher nicht gekannten Tempo erfordert andere Prozesse und Verfahren. Ein funktionierendes Innovationsmanagement hat stets einen Vorrat an Vorschlägen für solche Situationen parat.
Praktische Probleme und Fallbeispiele
Das geheime Unternehmen
Gerade auf der strukturellen Ebene gibt es in der Praxis oft ein erhebliches Problem: den fehlenden Kooperationsgeist. Ein Grund hierfür kann darin liegen, dass das Unternehmen mit verschiedenen Anreizsystemen arbeitet. Im Extremfall muss man einen Widerspruch zwischen den offiziellen Vorgaben und Praktiken und den ungeschriebenen Spielregeln des Unternehmens diagnostizieren.
Wenn z.B. die leistungsfähigsten Mitarbeiter nach zwei oder drei Jahren befördert werden, dann bringt Teamverhalten in den Augen der Mitarbeiter nicht viel. Und wenn obendrein als Maß für Leistungsfähigkeit das Ergebnis des eigenen Bereichs zählt, dann kann Interdisziplinarität in den Augen der Mitarbeiter nur schaden. In diesen Fällen werden die Aktivitäten des Unternehmens von einem „geheimen Unternehmen”gesteuert.
Die geheimen Spielregeln im Gespräch mit den Mitarbeitern aufzudecken und zu analysieren ist der erste Schritt, dem Problem zu begegnen. Manchmal genügen einfache Korrekturen, wie beispielsweise den Erfolg des Teams als wichtigstes Beurteilungskriterium festzulegen. In anderen Fällen jedoch werden vertikale Strukturen durch kleinzellige Organisationsformen gezielt zerschlagen.
Siemens Nixdorf Informationssysteme AG - kleine, eigenständige Innovationszellen
Siemens Nixdorf hat eine Organisation in sogenannte Lines of Business (LoB) eingeführt. Eine solche LoB ist strukturiert wie ein eigenständiger mittelständischer Betrieb, denn sie umfasst Entwicklung, Fertigung, Marketing, Vertrieb und zentrale Funktionen. Ein klarer Vorteil dieser Organisationsform liegt in ihren flachen Hierarchien.
Jede LoB ist auf ein bestimmtes Marktsegment fokussiert. Diese Struktur begünstigt evolutionäre Innovationen, die klar an spezifische Märkte und Kundengruppen gebunden sind.
Um Innovationen, die nicht direkt in den Bereich einer LoB fallen, ebenfalls ausreichend fördern zu können, läuft parallel zu den LoB das Corporate-Venturing-Progamm NewStars. Durch eine interne Bereitstellung von Venture Capital sollen neue Ideen gefördert werden.
Hoechst AG - Zusammenspiel von internem und externen Wissen
Jürgen Dormann, Vorstandsvorsitzender der Hoechst AG, verspricht sich eine neue Innovationsdynamik gerade durch die Abkehr von immer größeren Forschungseinrichtungen. Erfolgversprechend seien vielmehr Kooperationen mit kleinen Forschungsunternehmen, so dass externes Wissen gewissermaßen eingekauft wird.
Das vitale Interesse des eigenen Unternehmens ist dann die Entwicklung der Fähigkeit, an diesem externen Wissen zu partizipieren. Es braucht mit anderen Worten ausreichendes internes Wissen, um externes Wissen auswählen, kombinieren und anwenden zu können. Die Strukturen hierfür bereit zu stellen ist ein Ziel des Transformationsprozesses des Konzerns.
Links und Literatur
- Innovationsmanagement: Innovation ist in der Betriebswirtschaftslehre die Bezeichnung "für die mit technischem, sozialem und wirtschaftlichem Wandel einhergehenden (komplexen) Neuerungen".
- Das Innovationsmanagement ist von vielen Faktoren innerhalb und außerhalb einer Organisation beeinflusst (Innovationsklima).
- Innovationsmanagement bei unister.de
- Innovationsmanagement in Deutschland und in den Vereinigten Staaten. Ein Vergleich von innovation-aktuell.de
- Neuere Ansätze in der Innovationsforschung von der Uni Bamberg
- Siemens-Nixdorfs Organisationsform von innovation-aktuell.de
- Interview mit Jürgen Dormann, Vorstandsvorsitzender der Hoechst AG
- Innovationsplanung mit Roadmapping von innovation-aktuell.de
- Die 10 größten Stolpersteine, die den Erfolg einer Innovation gefährden von symposion.de.
- Bücher, Studien sowie Seminare, Workshops, Referate und Coachings finden Sie bei Advanced Innovation, Wien. Advanced Innovation ist ein Content-Provider für die Themen "Management von Innovationen und Früherkennung neuer Geschäftschancen ".
Beispiele für |
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| Stakeholder / Interessen | Regierungsebene | nachgeordnete Ebene |
| 1. Erster Kreis: Externe Akteure | ||
| a) Auftraggeber (»Auftrag) , mit dem Interesse an der Erfüllung des Gemeinwohlauftrages[2] [3] | Parlament im Verhältnis zu Regierung / Ministerien (je nach Verfassungslage) | übergeordnete Behörde |
| b) andere Akteure mit Verantwortung für relevante öffentliche Belange, ggf. auch als Kooperationspartner / Partner in gemeinsamer Interessenvertretung | andere Ministerien
Behörden mit zentraler Funktion (z. B. Kartellamt, Bundesnetzagentur) |
andere Behörden auf gleicher Ebene |
| c) politische Gruppierungen innerhalb und außerhalb der Institutionen von a und b [4] | Parlamentsausschüsse, Fraktionen, Parteien und ihre Fachgremien: Einbeziehung auf Regierungsebene ist üblich | jenseits strategischer Planungen ggf. problematisch [4] |
| d) Organisationen der Koordination und Zusammenarbeit | für Bundes- und Landesebene: Fachministerkonferenzen, HRK | KGSt, Städtetag usw. |
| e) europäische / internationale Organisationen | EU-Kommission, Weltbank, OECD | EU-Kommission, Weltbank, OECD,
ggf. übergreifende regionale Organisationen (z. B. |
| f) Fachinstitutionen / Forschungseinrich-tungen / Fachleute | Fachbehörden (Umweltbundesamt), Sachverständigenrat, Forschungs-einrichtungen als "nachgeordnete" Einrichtungen, Hochschulinstitute, "Think Tanks" | Fachbehörden, Sachverständigen-kommissionen, "nachgeordnete" Forschungseinrichtungen, Hochschul-institute, "Think Tanks" |
| g) Finanzierer[3] | z. B. Bund im Verhältnis zu den Ländern bei ALG II (Hartz IV) | Land im Verhältnis zu Kommunen |
| h) der/die Eigentümer mit dem Interesse an Vermögenserhalt (z. B. durch Pflegemaßnahmen), Rendite (z. B. durch Vermietung von Immobilien)[5] | Bund als Eigentümer der Bundesverkehrswege, der KfW, des Immobilienvermögens usw. | Landesstraßen, Landesbanken, Sparkassen, Infrastruktur, die "Konzernmutter" Stadt gegenüber ihren "Töchtern" |
| - die Bürger / Mitglieder / Versicherte usw. als "Eigentümer" | Gemeindebürger, Mitglieder von Körperschaften | |
| i) die Steuerzahler / Gebührenzahler | ||
| j) Medien / soziale Netzwerke?[6] | ||
| 2. Zweiter Kreis: Externe Betroffene |
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| Die Kunden / Nutzer / Bürger als Adressaten des Handelns der öffentlichen Verwaltung (sie können positiv oder negativ betroffen sein), mit dem Interesse an Leistung / Wirkung, aber auch Servicequalität. | ||
| 3. Dritter Kreis: Interne Akteure und Betroffene |
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| Die Mitarbeitenden, differenziert nach Gruppen (Hierarchieebene, Status der Beschäftigung, Dauer der Zugehörigkeit, andere Differenzierungen (z. B. nach Geschlecht, regionaler oder anderer Herkunft) | ||
| 4. Vierter Kreis:
Externe Betroffene, die nicht Adressaten sind Sie können positiv oder negativ betroffen sein |
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| a) Auftragnehmer/Lieferanten (Dienstleister, Gutachter, Berater, Personalbeschaffer, Versicherer) | ||
| b) die Nachbarschaft | ggf. durch Standortentscheidungen betroffen (Verlust von Arbeitsplätzen, Beeinträchtigung der Wohnqualität durch kerntechnische Anlagen) | z. B. Standortqualität, durch Verkehr oder Emissionen negativ oder durch die Wertsteigerung der Grundstücke und Laufkundschaft positiv betroffen, Betroffenheit durch Veränderungen, z. B. die Aufgabe eines Standortes) |
| c) die Gesellschaft allgemein (unabhängig vom Auftrag), insbesondere ökologische, soziale und kulturelle Betroffenheit, Beitrag zur lokalen Lebensqualität. | ||
| Checkliste "Stakeholder im Public Management" - © Krems - olev.de - Version 1.1 - 2009-03-29 | ||
7. Quellen
Vgl. die Quellen zu Management allgemein und insbesondere zu strategischem Management. Für strategisches Public Management:
| UK Cabinet Office Strategy Unit | 2004 | Strategy Survival Guide. Version 2.1, 2004. Online-Quellen: als Website (gegliedert) | Gesamttext als PDF-Fassung | im Online-Archiv) |
Anmerkungen
| 1 |
Strategy Survival Guide, Druckfassung S. 77, Online-Fassung
Alle Zitate aus dem SSG auf dieser Website gemäß den Bedingungen der Click-Use Licence (all on this website reproduced parts of the SSG under the terms of the Click-Use Licence) |
| 2 |
Der Auftraggeber ist in der Regel repräsentiert durch entweder eine Vertretungskörperschaft (Organ zur Vertretung der Mitglieder/Bürger), die Vertretung der Träger (z. B. Verwaltungsrat bei Anstalten) oder eine übergeordnete Behörde oder Instanz, die ihre Kompetenz von einer entsprechend legitimierten Stelle ableitet. Zunehmend relevant kann der Auftraggeber als Vertragspartner sein, z. B. im Rahmen von Öffentlich-Privater-Partnerschaft oder einer Vereinbarung über Shared Services. |
| 3 |
Hier wird - entgegen der Praxis in Deutschland - unterschieden zwischen dem Auftraggeber, dem Auftragnehmer, dem Finanzierer und dem Erbringer der Leistung - entsprechend den Klärungen über diese unterschiedlichen Rollen im Schweizer Public Management. |
| 4 |
Die Politik als "Stakeholder" der - Aufträge des Parlaments im Detail ausführenden - Verwaltung? Was auf dieser Ebene "strategisch" ist, ist es möglicherweise nicht aus Sicht von Parlament und Regierung.
Es ist eines der Anliegen einer Neuen Verwaltungssteuerung, den Zugriff der Politik auf operative Details innerhalb der Exekutive zu begrenzen, der bisher z. T. bis in die Besetzung von Positionen hineinreichte, die politisch nicht relevant waren, und Teil einer "operativen Übersteuerung" ist. Verwaltungspolitisch kann die Politik in Gestalt bestimmter Funktionsträger der Parteien oder einzelner Mitglieder der Vertretungskörperschaft (Rat, Parlament) für eine Behörde/Verwaltung relevant sein, das entspricht bundesdeutscher Praxis (z. B. Detailsteuerung durch die Berichterstatter des Haushaltsausschusses in nachgeordnete Behörden hinein). Damit stellt sich die Frage, ob die Verwaltung diese Akteure des politischen Prozesses als Stakeholder interpretieren soll und darf - was dazu führen kann, dass die Verwaltung letztlich den Auftrag gestaltet, den sie selbst erhält, und die Rolle der Politik beeinträchtigt wird: sie soll die Verwaltung steuern, die Rahmenvorgaben des Tätigwerdens setzen und die Verwaltung kontrollieren. Im Verhältnis nachgeordneter Behörde zu Aufsichtsministerium kann es sein, dass hier die Behörde das Ministerium überspielt. |
| 5 |
Sobald das Vermögen im Rahmen eines neuen Rechnungswesens bilanziert wird, wird deutlich, dass es diese Rolle auch in der öffentlichen Verwaltung gibt.
Konkret umfasst das Eigentümerinteresse z. B. das Interesse am Vermögenserhalt statt kurzfristigem "Sparen": also kein Verzicht auf Pflege- und Erhaltungsaufwand im Interesse kurzfristiger / kurzsichtiger Haushaltsentlastung. |
| 6 |
Medien / soziale Netzwerke als Stakeholder? Das würde den Medien eine eigenständige Rolle zuerkennen, was im Einzelfall sinnvoll sein könnte. Das Einflusspotenzial bestimmter Stakeholder durch Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken wäre die Alternative und bei der Analyse der Bedeutung zu berücksichtigen, siehe oben. |
Köln, 2009-12-09


