Konnexität, Konnexitätsprinzip

(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 1.0)

1 Definition

"Wer bestellt, zahlt" - Prinzip, das vor allem im Verhältnis zwischen Verwaltungsebenen regelt, dass derjenige, der einem anderen Verwaltungsträger Aufgaben zuweist oder ihre Ausführung regelt, die dadurch entstehenden, nicht durch Einnahmen/Erträge gedeckten Kosten zu tragen hat - oder zumindest eine Kostenregelung treffen muss. Wichtig ist dieses Prinzip

Ein nicht gelösten Problem ist dabei, was die "bei wirtschaftlicher Verwaltungstätigkeit entstehenden notwendigen, durchschnittlichen Kosten" sind: umfasst dies auch "Qualitätskosten", die durch Qualitätsmanagement entstehen - oder sind derartige Kosten nicht Voraussetzung für die Ermittlung der Kosten, weil Qualitätsmanagement unverzichtbar ist, um dauerhaft Kosten zu senken (siehe 10er-Regel der Fehlerkosten? Gehören Kosten regelmäßiger Kundenbefragungen zu den "notwendigen" Kosten, die Kosten einer Zertifizierung nach ISO 9001, von Risikomanagement, einer familienfreundlichen Behörde? Hier zeigt sich die Notwendigkeit, eine optimale Verwaltungsorganisation zu definieren, die nachhaltig gute Ergebnisse erreicht.

Ein Verstoß gegen das - richtige - Prinzip der Konnexität liegt in den Kostenregelungen bei Amtshilfe: hier werden nur "Auslagen", aber keine "Kosten" erstattet, vgl. § 8 Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes, gleiche Regelungen bestehen in den Verwaltungsverfahrensgesetzen der Länder. Damit wird demjenigen, der Amtshilfe in Anspruch nehmen kann, ein Anreiz gegeben, statt eigener Vorkehrungen sich fremder Hilfe zu bedienen. Auch der Ausschluss der Kostenerstattung bei Amtshilfe bzw. Leistungen/Kosten im Verhältnis von Behörden desselben Geschäftsbereichs untereinander ist ein solcher Verstoß und gleichzeitig ein Anreiz für unwirtschaftliches Verhalten: Abwälzen von Kosten auf andere, so dass kein Anreiz für eigenes wirtschaftliches Verhalten besteht (z. B. großzügige Inanspruchnahme der Räumlichkeiten einer anderen Behörde, der dadurch Zusatzkosten für Überstundenvergütungen entstehen, der Arbeitskraft anderer Behörden durch Abordnung).

Ein von der internationalen Object Management Group OMG entwickelter offener Standard für die Darstellung, Modellierung, Implementierung und Ausführung von Geschäftsprozessen. Die Darstellung soll für alle am Prozess Beteiligten intuitiv verständlich, gleichzeitig aber auch für komplexe Geschäftsprozesse geeignet und schließlich unabhängig von bestimmten Werkzeugen/Software (und damit herstellerunabhängig) sein und die Umsetzung in Software-Programme erlauben, insbesondere die Einbindung in Internet-basierte Anwendungen auf der Basis XML.

Neben der einfachen Verständlichkeit, die die Kommunikation zwischen IT und Fachbereich ermöglichen oder erleichtern soll, erlaubt / erfordert BPMN die Strukturierung der Prozesse durch „Pools“ und „Lanes“: „Schwimmbad“ ist der Bereich eines Akteurs, er kann weiter in „Bahnen“ unterteilt werden. Mit dieser Strukturierung werden Alaufbeschreibungen vermieden, wie sie früher durch Flussdiagramme als Vorlagen für "Spaghetti-Programmierung" verwendet wurden. Die von der Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) im BVA für die Bundesverwaltung vorgesehene Darstellungsweise mit "ereignisgesteuerten Prozessketten“ leistet diese Strukturierung nicht. Der Fachinformationsdienst Heise online bewertet die Entwicklung wie folgt:

Die BPMN 2.0 hat großes Potenzial, sich in Softwareentwicklung und fachlicher Modellierung von Geschäftsprozessen als Standard durchzusetzen. Etliche Hersteller hatten, obgleich sie noch nicht fertig war, schon früh angekündigt, sie in ihren Produkten zu implementieren. An ihrer Ausführung waren Unternehmen wie IBM, Oracle, SAP, Software AG und Tibco beteiligt. (Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/BPMN-2-0-fuer-eine-bessere-Zusammenarbeit-zwischen-Fachabteilung-und-IT-1175099.html / Quelle im Online-Archiv)

Zahlreichen Firmen haben Werkzeuge für die Verwendung von BPMN entwickelt, so dass die öffentliche Verwaltung gut daran täte, sich eigene Entwicklungsarbeit zu sparen, siehe die Angaben auf der offiziellen BPMN-Website und zahlreichen anderen, auch in Deutschland.

Ein einfaches Beispiel, weitere Informationen im Wikipedia-Beitrag und im Übrigen in zahlreichen Beiträgen im Internet.


 

2 Weitere Informationen

Erster_Absatz

2.1 Inhalt

Absatz1

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NPM (NSM/WoV) ist ein umfassendes Steuerungsmodell

 

3 Quellen

 

CEN 2004: European Committee for Standardization - Europäisches Komitee für Normung (Hrsg.): Europäischer Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement (European Guide to Good Practice in Knowledge Management). Brüssel, Frühjahr 2004. Online-Quelle

 

 

CEN (European Committee for Standardization - Europäisches Komitee für Normung) (Hrsg.) 2004 Europäischer Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement (European Guide to Good Practice in Knowledge Management). Brüssel, Frühjahr 2004. Online-Quelle

Der Leitfaden wertet die Praxis, u. a. anhand von Fallstudien, aus und entwickelt daraus Empfehlungen für eine erfolgreiche Praxis.
CEN 2004: (European Committee for Standardization - Europäisches Komitee für Normung (Hrsg.): Europäischer Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement (European Guide to Good Practice in Knowledge Management). Brüssel, Frühjahr 2004. Online-Quelle

Der Leitfaden wertet die Praxis, u. a. anhand von Fallstudien, aus und entwickelt daraus Empfehlungen für eine erfolgreiche Praxis.

 

     

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Anmerkungen

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