(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 1.16)
| Das ist neu: | |
| Personalbefragung 2007 in der Schweizer Bundes-verwaltung | |
| Inhalt | |
| Definition | |
| Grundstruktur | |
| Grundpostulate | |
| Kunden | |
| Qualität | |
| Schweiz | |
| Quellen | |
1. Definition
Management des betrieblichen Produktionsfaktors "Personal" unter Berücksichtigung der Zielsetzungen moderner Unternehmen (einschl. nachhaltigen Erfolgs, Sozial- und Umweltverträglichkeit, siehe Zielsystem, TQM, EFQM, Corporate Governance), also nicht ausschließlich im Interesse der Erfüllung kurzfristiger monetärer Erfolgsziele.
Funktionsfelder (nach Ch. Scholz) sind Personalbedarfsbestimmung und -bestandsanalyse, Personalveränderung (Beschaffung, Entwicklung, Freisetzung), Personaleinsatz, Personalkostenmanagement, Personalführung. Begriffe des Personalmanagements2. Weitere Informationen
2.1 Grundstruktur des Personalmanagements: Felder und Ebenen
| Personalmanagementfelder | Personalmanagementebenen | |||
| strategisch | taktisch | operativ | ||
| Personal planung |
1. Personalbedarfsbestimmung | |||
| 2. Personalbestandsanalyse | ||||
| 3. Personalbedarfskonzept | ||||
| Personal veränderung |
4. Personalbeschaffung | |||
| 5. Personalentwicklung | ||||
| 6. Personalfreisetzung | ||||
| 7. Personaleinsatz | ||||
| 8. Personalkostenmanagement | ||||
| 9. Personalführung | ||||
- das Personalmanagementfeld "Personalbedarfskonzept" (Nr. 3) eingefügt,
- die ersten drei Managementfelder mit der gemeinsamen Überschrift "Personalplanung" versehen.
- Inwieweit die Anpassung durch Personalbeschaffung, Personalenwicklung oder -freisetzung erfolgen soll
- einschließlich der erforderlichen Zeitperspektiven.
PersonalplanungPersonalveränderung (Umsetzung der Personalplanung durch ...)
- die Ermittlung des Personalbedarfs ("Soll")
- die Personalbestandsanalyse ("Ist")
- das Personalbedarfskonzept ("vom Ist zum Soll") als Gesamtplanung der Anpassung des Personalbestands an den Bedarf durch
- Personalbeschaffung (Gewinnung vom Arbeitsmarkt)
- Personalentwicklung (Gewinnung aus dem vorhandenen Personalbestand)
- Personalfreisetzung (Reduzierung auf das erforderliche Niveau)
2.2 Beziehung zu anderen Managementaufgaben
Zusätzlich sind die Auswirkungen auf die Mitarbeiter bei den anderen Managementaufgaben/-funktionen zu berücksichtigen, insbesondere bei der Organisationsaufgabe, hier vor allem bei der konkreten Gestaltung der Arbeitsplätze und des Arbeitsumfeldes (Arbeitsgestaltung/-organisation). Diese Wechselwirkung erfordert jedoch nicht, die Organisationsaufgabe als - zusätzlichen - Teilbereich des Personalmanagements auszuweisen[1]. Diese Aufgaben sind eigenständig wahrzunehmen, dabei sind - unbestritten - die Auswirkungen für die Mitarbeiter zu berücksichtigen. Aber Personalmanagement ist nicht alles. Die Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Managementaufgaben ist bei den jeweiligen Feldern/Funktionen auszuweisen, zu diskutieren und in der Praxis zu berücksichtigen.2.3 Grundpostulate
Grundpostulate für Personalmanagement von Scholz, 5. Aufl., S. 65 ff.
| Erfolgsorientierung | Richte die personalwirtschaftlichen Aktivitäten explizit auf ökonomische Zielgrößen aus! |
| Flexibilisierung | Erwerbe die Fähigkeit zur kurzfristigen Anpassung an Unvorhergesehenes! |
| Individualisierung | Gewähre den Mitarbeitern den Freiraum zur Erfüllung ihrer persönlichen Ziele! |
| Kundenorientierung | Erstelle die Leistungen so, dass die Empfänger der Leistungen subjektiv und objektiv zufrieden sind! |
| Qualitätsorientierung | Integriere die Personalarbeit in den Total-Quality-Management-Ansatz! |
| Akzeptanzsicherung | Stelle sicher, dass Mitarbeiter Veränderungen unterstützen und nicht blockieren! |
| Professionalisierung | Aktualisiere ständig den eigenen Wissensstand und baue spezifische Kompetenzen aus! |
2.4 Kunden
Die Personalabteilung hat fünf Kunden (Kundengruppen):
- die potenziellen Mitarbeiter, um die die Personalabteilung auf dem externen Arbeitsmarkt wirbt.
- Die Linienmanager, die Dienstleistungen erwarten, vor allem im Bereich der Personalbeschaffung und der Personalentwicklung.
- Als Teil des betrieblichen Planungsprozesses sind die vor- und nachgelagerten Planungsinstanzen Kunden.
- Die gegenwärtigen Mitarbeiter sind Abnehmer von Serviceleistungen der Personalabteilung.
- Ein zentraler Kunde ist die Unternehmensleitung. Hier wird vor allem deutlich, dass "Kundenorientierung" nicht passives Abwarten und Reagieren bedeutet. Gefragt ist vielmehr aktives Gestalten im Interesse des Kunden.
2.5 Die Bedeutung der Qualität der Personalarbeit
"Qualität durch Personalarbeit: Der Erfolgsfaktor Qualitätsmanagement wird in letzter Zeit immer mehr im Zusammenhang mit einem professionellen Personalmanagement thematisiert…. Dies bezieht sich sowohl auf die Qualität des Personalmanagements selbst als auch auf den Beitrag der Personalarbeit zum Qualitätsmanagement des gesamten Unternehmens. Es wird unmittelbar deutlich, dass zur Bewältigung der zuvor genannten Konflikte dem Personalmanagement eine zentrale Rolle zukommt, vor allem in seiner Funktion als Beeinflusser unternehmenskultureller Prozesse sowie als Coach für die einzelnen Mitarbeiter." (Scholz, a.a.O., S. 76)
2.6 Personalmanagement in der Schweiz
Die Schweizer Bundesverwaltung hat Personalpolitik und -management in den letzten Jahren grundlegend reformiert, orientiert am Konzept einer Neuen Verwaltungssteuerung in der Schweizer Variante, der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung WoV.
Dazu gehören auch regelmäßige Personalbefragungen (im Abstand von 4 Jahren), siehe z. B. die Ergebnisse 2007:
- Presseinformation: Originalquelle / Online-Archiv
- Evaluationsbericht: Originalquelle / Online-Archiv
Die grundlegenden personalpolitischen Entscheidungen, Konzeptionen und weitere Materialien werden auf der Website des Eidgenössischen Personalamts veröffentlicht, siehe dort z. B.
- HR-Vision 2015 / HR-Mission / strategische Stossrichtungen vom 08. Januar 2007 (Online-Archiv)
- Strategie zur Umsetzung der neuen Personalpolitik in der Bundesverwaltung vom 19.11.2003 (HR-Strategie Bund) (Online-Archiv)
- Personalpolitische Leitsätze für die Bundesverwaltung vom 1. Januar 2004 (Online-Archiv; siehe auch das frühere Personalpolitische Leitbild der Schweizer Bundesverwaltung, vom Bundesrat eingeführt am 1. Januar 1999, im Online-Archiv),
- Verhaltenskodex der Bundesverwaltung (Online-Archiv),
- Konzept Personalentwicklung in der Bundesverwaltung (Online-Archiv),
- Führungskräfte-Förderung ("Kaderförderung
des Bundes", vom Bundesrat genehmigt am 27. März 2002, einschließlich
der Einrichtung eines "Zentrums für Assessment und Entwicklung (ZAE)")
(Online-Archiv)

3. Quellen
| Lorse, Jürgen | 2001 | Personalmanagement im öffentlichen Dienst. |
| Oechsler, Walter A. / Vaanholt, Silke | 1998 | Human Resource Management - Auswirkungen des New Public Management auf ein zeitgemäßes Personalmanagement in der öffentlichen Verwaltung. In: Budäus, Dietrich / Conrad, Peter / Schreyögg, Georg [Hrsg.], New Public Management Berlin ; New York 1998, S. 151-190 |
| Thom, Norbert / Ritz, Adrian | 2008 | Public Management. Innovative Konzepte zur Führung im öffentlichen Sektor. 4. Aufl., Wiesbaden, Kapitel 6: Führung und Förderung durch ein erweitertes Personalmanagement |
| Thom, Norbert u. a. | 2007 | Aktuelle und zukünftige Herausforderungen des Personalmanagements (Folien zum Vortrag), 2007 (Online-Quelle) |
| Eidgenössisches Personalamt | Siehe auch die Dokumente der Schweizer Bundesverwaltung unter http://www.epa.admin.ch/dokumentation/grundlagen |
| Berthel, Jürgen | 2007 | Personal-Management: Grundzüge für Konzeptionen betrieblicher Personalarbeit. 8. Auflage, Stuttgart |
| Drumm, Hans Jürgen | 2004 | Personalwirtschaftslehre. 5. Aufl., Berlin |
| Hilb, Martin | 2007 | Integriertes Personal-Management. 17. Aufl. |
| KGSt | 2002 | Strategische Ziele des Personalmanagements. Bericht 01/2002 |
| Kropp, Waldemar | 1997 | Systemische Personalwirtschaft. Wege zu vernetzt-kooperativen Problemlösungen. München/Wien |
| Rosenstiel, Lutz von / Regnet, Erika / Domsch, Michael E. (Hrsg.) | 2003 | Führung von Mitarbeitern. Handbuch für erfolgreiches Personalmanagement. 5. Aufl., Stuttgart |
| Scholz, Christian | 2000 | Personalmanagement. 5. Aufl., München |
| Thom, Norbert u. a. | 2007 | Aktuelle und zukünftige Herausforderungen des Personalmanagements (Folien zum Vortrag), 2007 (Online-Quelle) |
| Wunderer, Rolf | 2007 | Führung und Zusammenarbeit: Eine unternehmerische Führungslehre. 7. Aufl. |
| Ackermann, Karl-Friedrich [Hrsg.] | 2000 | Balanced Scorecard für Personalmanagement und Personalführung : Praxisansätze und Diskussion. Wiesbaden 2000 |
| AWV - Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. (Hrsg.) | 2000 | Controlling im Personalmanagement. (AWV-Schrift 01 603) Eschborn 2000 (auch erschienen als BBB-Information Info 1633) |
| Fellenstein, Doris | 1996 | Personalentwicklungs-Controlling in Banken. Bern, Stuttgart 1996 |
| Haiber, Thomas | 1997 | Controlling für öffentliche Unternehmen. Konzeption und instrumentelle Umsetzung aus der Perspektive des New Public Management. München 1997, S. 129 ff. |
| KGSt – Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement | 2003 | Kennzahlengestütztes Personalcontrolling. Bericht 5/2003, Köln |
| Schulte, Christof | 2002 | Personal-Controlling mit Kennzahlen. 2. Aufl., München 2002 |
| Wunderer, Rolf / Schlagenhaufer, Peter | 1994 | Personal-Controlling. Funktionen, Instrumente, Praxisbeispiele. Stuttgart 1994 |
| KGSt – Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement | 1994 | Personalentwicklung. Grundlagen für die Konzepterarbeitung. Bericht 13/1994, Köln |
| KGSt – Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement | 1996 | Personalentwicklung im Neuen Steuerungsmodell. Anforderungen an vorrangige Zielgruppen. Bericht 6/1996, Köln |
| Nentzel, Brigitta | 1997 | Personalentwicklung. Düsseldorf 1997 (Ergebnisse des Projektes "Neue Instrumente für Innovationsprozesse zur Gestaltung von Arbeit und Technik in öffentlichen Büro- und Verwaltungsbereichen, hrgs. von Klaus Grimmer) |
| Riekhof, Hans-Christian (Hrsg.) | 1997 | Strategien der Personalentwicklung. Esso, Gore, Hamburg-Mannheimer, Hewlett-Packard, Matsushita, Opel, Philips, Siemens, VW, Weidmüller, WEKA. 4. Aufl., Wiesbaden 1997 |
| Sattelberger, Thomas (Hrsg.) | 1991 | Personalentwicklung neuer Qualität durch Renaissance helfender Beziehungen. In: ders. (Hrsg.), Die lernende Organisation: Konzepte für eine neue Qualität der Unternehmensentwicklung. Wiesbaden 1991, S. 207-227 |
| KGSt – Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement | 1992 | Das Mitarbeitergespräch. Bericht 13/1992, Köln |
| Dulisch/Krems | s.o. | |
| Jetter, Frank / Skrotzki, Rainer (Hrsg.) | 2000 | Handbuch Zielvereinbarungsgespräche : Konzeption, Durchführung, Gestaltungsmöglichkeiten mit Praxisbeispielen und Handlungsanleitungen. Stuttgart 2000 |
| Bundesrechnungshof, Der Präsident des ... als Bundesbeauftragter für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung | 1992 | Typische Mängel bei der Ermittlung des Personalbedarfs in der Bundesverwaltung. Gutachten. Stuttgart 1992 |
| Bundesminister des Innern | Handbuch für Organisationsuntersuchungen und Personalbedarfsermittlung. Online-Veröffentlichung | |
| Zur Problematik der "Personalbedarfsberechnung" siehe auch den Beitrag hier in diesem Lexikon. | ||
| Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. | http://www.dgfp.de |
| KGSt - Verband für kommunales Management (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung) | http://www.kgst.de |
| Bundesregierung (Deutschland) | Materialsammlung der Stabsstelle Moderner Staat (30.11.2002) mit inzwischen zahlreichen Beispielen z. B. zu Beurteilungsrichtlinien, Regeln für Vorgesetzten-Feedback, Personalentwicklungskonzepten |
| BBB (Bundesstelle für Büroorganisation und Bürotechnik im Bundesverwaltungsamt), Themenfeld "Personal" | http://www.wissen-im-inter.net |
| Eidgenössisches Personalamt (Schweiz) | http://www.personal.admin.ch |
Köln, 2009-04-02