Kennzahl(en), Kennzahlenwert - Studientext
(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de, Version 2.31)
1. Definition
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Quellenangaben

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Definition
Bedeutung
Funktionen
Vergleiche
Probleme

Arten

Indikator
Quellen / Links

Quantitative Informationen mit besonderer Aussagekraft, insbesondere über Ziele und die Zielerreichung.

Alternativ:
Kennzahlen sind quantitative Informationen bzw. Daten, die schnell und prägnant über ein ökonomisches Aufgabenfeld informieren. Sie enthalten leicht fassbare, genaue Zahlenangaben über betriebliche und außerbetriebliche Tatbestände.

komprimierte, vereinfachte Abbildungen der Realität in Zahlen. Indikatoren der Zielerreichung mit hohem Informationswert für das Management.

Kennzahlen sind Messgrößen, die Sachverhalte und Zusammenhänge darstellen können. Dabei geht es vor allem darum, Informationen zu quantifizieren und in verdichteter Form darzustellen. (Hopp / Göbel 2, S. 128, unter Hinweis auf Gleich 1997, 4, Böhmer/Dahlmann 1994, 132, A. M. Vogel 1996, 163)

Kennzahlen können sich beziehen auf Zustände, Eigenschaften, Leistungen des Systems oder der Systemumwelt, seine Wirkungen, sie können Ziele präzisieren (Soll-Werte) und die Zielerreichung (Ist-Werte), s. operationale Ziele. Sie sind ein wichtiges Instrument des Controlling.

Synonym: Indikator, der Sprachgebrauch ist aber nicht einheitlich, z. T. werden nur Zahlen mit Relevanz für die Zielerreichung als Kennzahlen bezeichnet, bzw. wird "Indikator" als "Kennzahl" mit besonderen Eigenschaften verstanden (z. B. dass er die Zielerreichung nur mittelbar anzeigt und das Ziel nicht direkt misst).

Kennzahlenwert ist die ermittelte Zahl (Beispiel: "Kosten pro Antrag" ist die Kennzahl, "125 €/Antrag" der Kennzahlenwert für Anträge der Arbeitseinheit X im Jahr Y) mit Maßeinheit.

Zielwert ist der Wert, der erreicht werden soll (englisch "target"), wobei es sinnvoll sein kann, einen Schwellenwert als Eingriffswert zu definieren: er definiert die Grenze, ab der "Gefahr droht", während der Zielwert darüber hinausgeht und auch Vorsorge mitumfasst.[FN5]

Nach obenZu Kennzahlen als Instrument der Formulierung operationaler Ziele siehe den Beitrag zu Zielen und Kennzahlen.

2. Weitere Informationen

 

 

Bedeutung von Kennzahlen

(Kompakte Aufzählung der Funktionen?)

Kennzahlen sind ein unverzichtbares Bestandteil eines guten Managements:
- Sie ersetzen intuitive (und oft pauschale) Urteile durch nachprüfbare Daten.
- Sie machen eine komplexe Realität überschaubar und sensibilisieren.
- Sie erlauben es, konkrete und messbare Ziele zu formulieren.

Kennzahlen sind ein unverzichtbares Element wirksamen Managements: (olev-Def. Hauptteil)

  1. If you don't measure results, you can't tell success from failure
  2. If you can't see success, you can't reward it
  3. If you can't reward success, you're probably rewarding failure
  4. If you can't see success, you can't learn from it
  5. If you can't recognise failure, you can't correct it
  6. If you can demonstrate results, you can win public support
  7. What gets measured gets done

Osborne / Gaebler,
Reinventing Government, 1992

Allgemein

Kennzahlen ersetzen intuitive Urteile durch nachprüfbare Daten. Sie schaffen eine Vergleichsbasis und erlauben damit objektive Vergleiche:

Sie machen komplexe Sachverhalte überschaubar und vergleichbar und sensibilisieren für Aspekte, die sonst nicht wahrgenommen werden würden.

Insbesondere präzisieren sie Ziele und erlauben die Beurteilung der Zielerreichung.

Kennzahlen sind deshalb ein unverzichtbares Element guten Managements. Für die öffentliche Verwaltung sind sie unverzichtbar um die Erfüllung der verfassungsrechtlichen Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln (Art. 114 II GG) erkennen und nachweisen zu können. Nach oben

Entwicklung, Pflege, Nutzung und Auswertung von Kennzahlen ist eine der wichtigsten Aufgaben des Controlling.

Funktionen

Kennzahlen/Indikatoren können insbesondere folgende Funktionen haben[FN3]:

Wahrnehmungs-
funktion

Kennzahlen sensibilieren für Aspekte, die oft nicht wahrgenommen werden würden, und machen die Komplexität realer Situationen bewusster und greifbarer. Sie ersetzen intuitive - und oft pauschale, undifferenzierte - Urteile durch nachprüfbare Daten.[FN4]

Kennzahlen lenken den Blick auf besonders wichtige Aspekte und versuchen diese einfach und verständlich darzustellen.

Kommunikations-
funktion
Damit ermöglichen sie die Diskussion und versachlichen sie. Sie regen an, über die Realität und die dokumentierten Aspekte zu diskutieren und sich mit den Entwicklungen kritisch auseinander zu setzen ...
Anreizfunktion

... und sich ständig für Verbesserungen einzusetzen. Sie erlauben präzise und herausfordernde Zielsetzungen.

Controlling-
funktion

Kennzahlen erlauben es, die Erreichung gesetzter Ziele zu überprüfen und Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. ("What gets measured gets done" - Osborne/Gaebler). Sie erlauben objektive und nachprüfbare Vergleiche (s.u.).

Marketing-
funktion

Erfolge werden sichtbar und ermöglichen es, Unterstützung zu gewinnen und für das öffentliche Anliegen zu werben. (If you can demonstrate results, you can win public support - Osborne/Gaebler)

Siehe auch die klassische Aufzählung der Funktionen bei Osborne/Gaebler.Nach oben

Vergleiche

Kennzahlen erlauben objektive und nachprüfbare Vergleiche in dreierlei Hinsicht:  

Übersicht: Verwendung von Kennzahlen für Vergleiche
  1. über die Zeit:
    "Gibt es auffällige Veränderungen zu den Vorjahren? Sind wir besser geworden? Wie ist der Trend?"
Periodenvergleiche / Zeitreihenvergleiche
  1. mit anderen:
    "Wie sind wir im Vergleich zu anderen Einheiten unserer Organisation? Wie im Vergleich zu anderen Organisationen? Auch im Vergleich über die Jahre?"
Vergleiche mit anderen / Benchmarking
  1. zwischen Soll und Ist:
    "Haben wir unsere Ziele erreicht? In welchem Ausmaß haben wir sie übertroffen oder verfehlt? Wie würde es weitergehen (Prognose)?"
Soll-Ist-Vergleiche

Kennzahlen-Vergleiche

Abbildung: Übersicht über die Verwendung von Kennzahlen, aus dem KLR-Handbuch des Bundes, Juli 1997

Nach obenDie verfassungsrechtliche Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln (Art. 114 II GG) lässt sich ohne Kennzahlen nicht erfüllen. Denn nur wenn Kosten und Leistung/Qualität bekannt sind kann beurteilt werden, ob die Verwaltung wirtschaftlich handelt, d. h. ein günstiges Verhältnis zwischen Nutzen und Kosten erreicht, wie es die Verfassung fordert (mehr zu Wirtschaftlichkeit).

Die Verwendung von Kennzahlen entspricht dem Prinzip "Sachliche Entscheidungsfindung" des Qualitätsmanagements nach ISO 9000. Sie ist ferner unverzichtbar für eine kooperative Führung, die Informationen nicht beim Vorgesetzten monopolisiert sondern sie möglichst breit verfügbar macht: kooperative Vorgesetzte sorgen dafür, dass die Institution informiert ist, nicht (nur) sie selbst.

Probleme bei der Verwendung von Kennzahlen

Kennzahlenwerte sind aber nicht selbsterklärend: "Daten sprechen nicht", Kennzahlenwerte bedürfen immer der Interpretation. Das gilt oft schon deshalb, weil nicht der Faktor selbst gemessen wird, sondern nur Indikatoren, z. B. nicht die Qualität der Bescheide, sondern die Zahl von Widersprüchen. Wird dies nicht beachtet, können Kennzahlen zu Fehlsteuerungen führen, also schaden. Dies spricht nicht gegen das Instrument, sondern gegen die unbedachte Verwendung, insbesondere im Hinblick auf die folgenden Aspekte.

Probleme bei der Verwendung von Kennzahlen Version 1.0
Problem Beispiele
Treffsicherheit / Indiz-Charakter
dass Kennzahlen oft nicht das unmittelbar, genau und verlässlich messen, was eigentlich interessiert, sondern leichter verfügbare Daten als Indikatoren (Anzeiger) verwenden ("Indizien"),
Die Widerspruchsquote misst nicht die Qualität von Bescheiden: die Widersprüche können unbegründet sein und werden nicht eingelegt bei Fehlern zu Gunsten der antragstellenden Person, aber zu Lasten der Allgemeinheit.
Zielpluralität
dass immer mehrere Ziele zu beachten sind und deshalb eine Kennzahl allein keine Konsequenzen auslösen darf
Hohe Kosten pro Bescheid? Vielleicht sollte man noch sorgfältiger und teuerer betreuen, um wirksam zu helfen und damit den Bezug von Sozialhilfe / ALG zu verkürzen? Größere Klassen verringern die Kosten pro Schulstunde aber verringern die Qualität und verursachen hohe gesellschaftliche Kosten. Vielleicht sollte man auch investieren, um mehr Einnahmen zu erzielen? Der Kostendeckungsgrad / Deckungsbeitrag ist die richtigere Kennzahl.
Problemvernetzung
Probleme vernetzt sein können (z. B. Nachhaltigkeit, strategische Auswirkungen, Personalmanagement zu berücksichtigen sind) und einzelne Kennzahlen diese Problemvernetzung nicht abbilden,
 
Fachkompetenz
dass die Verwendung von Kennzahlen besondere Fachkompetenz erfordert und die "intuitive" Verwendung und Interpretation zu gefährlichen Trugschlüssen führen kann (mehr dazu unten [FN2]). Gefährlich ist die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten: man erkennt nicht, was man übersieht!
 
 
 
 
 
© olev.de 2006 Nach oben

Bei der Verwendung von Kennzahlen

Mehr dazu in FN2.


Daten sprechen nicht![FN2]

Kennzahlenwert
Als "Kennzahl" bezeichnet man i. d. R. das Merkmal, das gemessen wird, Kennzahlenwert ist die im einzelnen ermittelte Zahl. (Beispiel: "Kosten pro Antrag" ist die Kennzahl, "125 Euro/Antrag" der Kennzahlenwert für die Kosten pro Antrag der Arbeitseinheit X im Jahr Y.) Kennzahlenwerte müssen immer mit einer Maßeinheit versehen sein.


Nach obenArten von Kennzahlen

Absolute Zahlen / Verhältniszahlen

Kennzahlen können

 

Arten von Kennzahlen

Absolute Zahlen

Verhältniszahlen

Summen

(ggf. an einem Stichtag)

Zahl der Produkte, der Mitarbeiter, der Krankheitstage, Gesamtkosten

Gliederungs-
zahlen
(Teilmengen: Anteile, Quoten)

Fehlerquote, Krankenstand in %, die 80% häufigsten Fehlerursachen (ABC-Analyse)

Differenzen

Veränderung der Zahl der Produkte, Mitarbeiter, Krankentage

Beziehungs-
zahlen
(Korrelationen: zwei Größen werden zu einander in Beziehung gesetzt)

Kosten pro Fall, zu betreuende Mitarbeiter pro Bearbeiter im Personalreferat

Mittelwerte[FN1]

Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt oder im Durchschnitt der Referate, durchschnittliche Durchlaufzeit, usw.

Indexzahlen

(auf eine Basisgröße bezogene Werte)

Lebenshaltungskostenindex, Arbeitsproduktivität, bezogen auf die Basiszahl des Jahres X (= 100), Stückkosten im Vergleich zum Durchschnitt aller Behörden (s. "Benchmarking")

Weitere Beispiele s. im Beitrag "Ziele / Kennzahlen"

Unterscheidung nach Steuerungsrelevanz:

Die KGSt unterscheidet darüber hinaus "Grundzahlen", "Strukturzahlen" und Kennzahlen, nur letztere sind "steuerungsrelevant", d. h. geben Informationen, die relevant sind für ein definiertes Ziel.

Nach obenBegriffe "Kennziffer" und "Indikator"

Die Begriffe "Kennziffer" und "Indikator" werden hier - entsprechend den Empfehlungen des IKO-Netzes, als Synonyme verwendet (mit identischer Bedeutung), in der Literatur findet sich teilweise ein anderer Sprachgebrauch.

Zu Systemen von Kennzahlen s. Controlling und Benchmarking, zu weiteren Begriffen im Zusammenhang: Grundzahlen, IKO-Netz und die Definitionen im Glossar zu Kennzahlen + Vergleichsringen des IKO-Netzes der KGSt, jeweils aktuelle Fassung, oder hier die Fassung vom 18.2.2000.

Alles sollte so einfach wie möglich sein, 
aber nicht einfacher.

Albert Einstein

Prüfkriterien für die Auswahl und Bewertung von Kennzahlen

Mit zunehmender Bedeutung von Kennzahlen wird die zweckmäßige Auswahl und Definition immer wichtiger. Die KGSt hat die Kriterien für die Gestaltung von Kennzahlen wie folgt zusammengefasst:

Kriterien für die Gestaltung von Kennzahlen nach KGSt 1999

 

 

Steuerung

  • zielbezogen
  • steuerungsrelevant
  • beeinflussbar
  • Zusätze B.K.:
    • nicht manipulationsanfällig
    • ohne unerwünschte Anreizwirkung
Wirtschaftlichkeit der Erhebung
  • Verfügbarkeit
  • Erhebungsaufwand
  • Nutzen für die Steuerung
  • Dauerhaftigkeit
Empfänger
  • verständlich
  • eindeutig
  • schnell zu interpretieren
  • glaubwürdige Datengrundlage

(Quelle: KGSt, Ziele finden, Zahlen kennen, Handeln können,1999, S. 8)

Nach obenMaterialien aus dem Vereinigten Königreich (UK)

Das Vereinigte Königreich ist besonders weit in der Verwaltungsreform und arbeitet intensiv mit Kennzahlen, siehe im Beitrag zum Neuen Steuerungsmodell. Beispielhaft hier der Hinweis auf eine Veröffentlichung zum Ergebnisorientierten Management:

Principles of Performance Measurement

There are six widely accepted principles (FABRIC - see Bibliography) for designing an effective performance management system:

  • Focus: on the organisation's aims and objectives;
  • Appropriate: to, and useful for, the stakeholders who are likely to use it;
  • Balanced: giving a picture of the main areas of the organisation's work;
  • Robust: in order to withstand organisational changes or individuals leaving;
  • Integrated: into the organisation's business planning and management processes;
  • Cost effective: balancing the benefits of the information against the costs.

Quelle: UK Treasury u.a.: Choosing the right FABRIC: a Framework for Performance Information.

Die genannten Prinzipien gelten für die Konstruktion eines Systems von Kennzahlen zu Steuerungszwecken.

Nach obenAus der US-amerikanischen Diskussion

Indicators in a properly developed set of performance measures should satisfy the following criteria:

    1. Valid
    2. Reliable
    3. Understandable
    4. Timely
    5. Resistant to perverse behavior (= nicht manipulationsanfällig. Dieses Kriterium fehlt in den meisten deutschen Checklisten! B. K.)
    6. Comprehensive
    7. Nonredundant
    8. Sensitive to data collection cost
    9. Focused on controllable facets of performance

Ammons, David N.: Municipal Benchmarks: Assessing Local performance and Establishing Community Standards. Sage, 1996.

3. Informationsquellen (Literatur, Internet-Adressen)

Bertelsmann-Stiftung
2001
Leistungsvergleich zwischen Finanzämtern. Online-Quelle
Bertelsmann-Stiftung
 
KiK - Kernkennzahlen in der Kommunalverwaltung, jetzt integriert in das Projekt "Kommunal KOMPAKT! ", Online-Quelle
Gladen, Werner 2001 Kennzahlen- und Berichtsysteme. Grundlagen zum Performance Measurement. Wiesbaden 2001
KGSt 2001 Arbeit mit Kennzahlen : Grundlagen, Empfehlungen für die Praxis. - Köln : KGSt, Berichte 4 und 5/2001
Schnieders, Günter
2001
Kernkennzahlen am Beispiel der Sozialhilfe. Benchmarking-Projekte in Niedersachsen als Motor für die Neue Steuerung. In: VOP Nr. 4/2001, S. 17-19
UK Treasury u.a.
2003
Choosing the right FABRIC: a Framework for Performance Information.

Siehe auch die Quellenangaben


Nach obenAnmerkungen

[1] Als statistische Größe kommt auch der Median (Zentralwert) in Betracht.
[2]

Vorsicht bei der Verwendung von Kennzahlen! Allgemein besteht die Tendenz, Zahlen mit einer Bewertung zu verknüpfen. Zahlen sagen aber nur etwas im Zusammenhang mit der Situation, in der sie gewonnen worden sind, dem Messverfahren/der Messgenauigkeit, den Zielen, die verfolgt werden. Viele Fehlschlüsse beruhen auch darauf, dass nur bestimmte Handlungsmöglichkeiten gesehen werden, während es in Wirklichkeit viele weitere gibt:

  • Ist eine Leistung "teuer", bedeutet das nicht automatisch darüber nachzudenken, ob sie abgeschafft werden sollte:
    • Ist die Rechnung richtig? z. B. hat man mit Vollkosten gerechnet, während es eher auf den Deckungsbeitrag ankommt?
    • Die Lösung kann auch sein, die Einnahmen zu verbessern: u. U. ist der Kostendeckungsgrad die bessere Zielgröße.
    • Sind die Kosten überhaupt der relevante Aspekt? Die Kosten der Bearbeitung von Sozialhilfeanträgen sind vergleichsweise unwichtig in Relation zu den Sozialhilfeleistungen: höhere Bearbeitungskosten, die zur Verringerung der Bezugsdauer führen, führen zur Entlastung der öffentlichen Hand! Entsprechendes gilt für Beihilfe und andere Sozialleistungen - weshalb das Benchmarking der Beihilfestellen, bezogen auf die Bearbeitungskosten pro Beihilfebescheid, nur eine begrenzte Funktion haben kann. Es fehlte die Betrachtung von Outcome.
    • In solchen Fällen müssen auch die Auswirkungen auf das Gesamtsystem betrachtet werden (Beihilfe: Arbeitsfähigkeit und Arbeitsmotivation der Beschäftigten und damit Effizienz der Verwaltung). Nach oben
  • Wie sieht es auf der Nutzenseite aus? Ohne Betrachtung des Nutzens kann die Wirtschaftlichkeit nicht beurteilt werden! Als Nutzen sind auch die Wirkungen (Outcome) zu betrachten.
  • Nachgedacht werden könnte auch darüber, ob die Leistung effizienter erbracht werden: durch Einbeziehung weiterer Leistungen, durch bessere Prozesse, Zusammenarbeit mit anderen, usw.
  • Beispiel: die Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst ist besonders teuer für Aufstiegsbeamte (Einzelheiten.) Statt unter Hinweis auf die Kosten diese Aufstiegsmöglichkeit zu beseitigen ist zu überlegen, wie die Qualifikation kostengünstiger und gleichzeitig besser erreicht werden kann, u. a.:
    • Sind 18 Monate Praktikum, oft ohne wesentlichen Lerneffekt, erforderlich? Hier besteht großes Einsparpotenzial ohne Verlust von Ausbildungsqualität!
    • Lässt sich das Studium zu wesentlichen Teilen berufsbegleitend gestalten? Bei den hohen Einsparpotenzialen würde es sich lohnen, in die Entwicklung guter Fernlehreinheiten zu investieren, mit denen ein Teil des Präsenzlernens ersetzt werden könnte. Damit könnte der Kreis derjenigen, die eine höhere Qualifikation erreichen können, sogar noch ausgeweitet werden - eine personalpolitisch erwünschte Entwicklung!Nach oben
[3] Formuliert in Anlehnung an "Lokales Indikatorensystem für dauerhafte Lebensqualität" der Oberösterreichischen Akademie für Umwelt und Natur, http://www.lebensraum-mit-zukunft.at/, 27.06.2004
[4] Siehe beispielhaft die internationale Schulleistungsstudie PISA: Sie legt Schwächen des deutschen Bildungssystems offen, nicht nur im Durchschnitt, sondern auch bei der Förderung der Kinder mit schwierigeren Lernbedingungen. Dass viele Schlussfolgerungen aus den Daten falsch sind, belegt die fachliche Schwierigkeit des Umgangs mit empirischen Daten. Siehe im einzelnen die Hinweise http://www.verwaltungsmanagement.info/politik/b-index.htm
[5] Formuliert in Anlehnung an den Sprachgebrauch bei Grenzwerten für Umweltbelastungen. Damit wird der unterschiedlichen Bedeutung bestimmter Kennzahlenwerte Rechnung getragen

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© Copyright Prof. Dr. Burkhardt Krems,
Köln, 2010-02-12
http://www.olev.de/k/kennz.htm