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Quantitative Informationen mit besonderer Aussagekraft, insbesondere über Ziele und die Zielerreichung.
Alternativ:
Kennzahlen sind quantitative Informationen bzw. Daten, die schnell und prägnant über ein ökonomisches Aufgabenfeld informieren. Sie enthalten leicht fassbare, genaue Zahlenangaben über betriebliche und außerbetriebliche Tatbestände.komprimierte, vereinfachte Abbildungen der Realität in Zahlen. Indikatoren der Zielerreichung mit hohem Informationswert für das Management.
Kennzahlen sind Messgrößen, die Sachverhalte und Zusammenhänge darstellen können. Dabei geht es vor allem darum, Informationen zu quantifizieren und in verdichteter Form darzustellen. (Hopp / Göbel 2, S. 128, unter Hinweis auf Gleich 1997, 4, Böhmer/Dahlmann 1994, 132, A. M. Vogel 1996, 163)
Kennzahlen können sich beziehen auf Zustände, Eigenschaften, Leistungen des Systems oder der Systemumwelt, seine Wirkungen, sie können Ziele präzisieren (Soll-Werte) und die Zielerreichung (Ist-Werte), s. operationale Ziele. Sie sind ein wichtiges Instrument des Controlling.
Synonym: Indikator, der Sprachgebrauch ist aber nicht einheitlich, z. T. werden nur Zahlen mit Relevanz für die Zielerreichung als Kennzahlen bezeichnet, bzw. wird "Indikator" als "Kennzahl" mit besonderen Eigenschaften verstanden (z. B. dass er die Zielerreichung nur mittelbar anzeigt und das Ziel nicht direkt misst).
Kennzahlenwert ist die ermittelte Zahl (Beispiel: "Kosten pro Antrag" ist die Kennzahl, "125 €/Antrag" der Kennzahlenwert für Anträge der Arbeitseinheit X im Jahr Y) mit Maßeinheit.
Zielwert ist der Wert, der erreicht werden soll (englisch "target"), wobei es sinnvoll sein kann, einen Schwellenwert als Eingriffswert zu definieren: er definiert die Grenze, ab der "Gefahr droht", während der Zielwert darüber hinausgeht und auch Vorsorge mitumfasst.[FN5]
Zu
Kennzahlen als Instrument der Formulierung operationaler Ziele siehe den Beitrag
zu Zielen und Kennzahlen.
| 2. Weitere Informationen |
(Kompakte Aufzählung der Funktionen?)
Kennzahlen sind ein unverzichtbares Bestandteil eines guten Managements:
- Sie ersetzen intuitive (und oft pauschale) Urteile durch nachprüfbare
Daten.
- Sie machen eine komplexe Realität überschaubar und sensibilisieren.
- Sie erlauben es, konkrete und messbare Ziele zu formulieren.
Kennzahlen sind ein unverzichtbares Element wirksamen Managements: (olev-Def. Hauptteil)
Osborne / Gaebler, |
Kennzahlen ersetzen intuitive Urteile durch nachprüfbare Daten. Sie schaffen eine Vergleichsbasis und erlauben damit objektive Vergleiche:
Sie machen komplexe Sachverhalte überschaubar und vergleichbar und sensibilisieren für Aspekte, die sonst nicht wahrgenommen werden würden.
Insbesondere präzisieren sie Ziele und erlauben die Beurteilung der Zielerreichung.
Kennzahlen sind deshalb ein unverzichtbares Element guten Managements.
Für die öffentliche Verwaltung sind sie unverzichtbar um die Erfüllung
der verfassungsrechtlichen Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln (Art. 114 II GG)
erkennen und nachweisen zu können. ![]()
Entwicklung, Pflege, Nutzung und Auswertung von Kennzahlen ist eine der wichtigsten Aufgaben des Controlling.
Kennzahlen/Indikatoren können insbesondere folgende Funktionen haben[FN3]:
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Kennzahlen sensibilieren für Aspekte, die oft nicht wahrgenommen werden würden, und machen die Komplexität realer Situationen bewusster und greifbarer. Sie ersetzen intuitive - und oft pauschale, undifferenzierte - Urteile durch nachprüfbare Daten.[FN4] Kennzahlen lenken den Blick auf besonders wichtige Aspekte und versuchen diese einfach und verständlich darzustellen. |
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Damit ermöglichen sie die Diskussion und versachlichen sie. Sie regen an, über die Realität und die dokumentierten Aspekte zu diskutieren und sich mit den Entwicklungen kritisch auseinander zu setzen ... | ||
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... und sich ständig für Verbesserungen einzusetzen. Sie erlauben präzise und herausfordernde Zielsetzungen. |
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Kennzahlen erlauben es, die Erreichung gesetzter Ziele zu überprüfen und Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. ("What gets measured gets done" - Osborne/Gaebler). Sie erlauben objektive und nachprüfbare Vergleiche (s.u.). |
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Erfolge werden sichtbar und ermöglichen es, Unterstützung zu gewinnen und für das öffentliche Anliegen zu werben. (If you can demonstrate results, you can win public support - Osborne/Gaebler) |
Siehe auch die klassische Aufzählung der Funktionen bei Osborne/Gaebler.![]()
Kennzahlen erlauben objektive und nachprüfbare Vergleiche in dreierlei Hinsicht:
| Übersicht: Verwendung von Kennzahlen für Vergleiche | |
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Periodenvergleiche / Zeitreihenvergleiche |
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Vergleiche mit anderen / Benchmarking |
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Soll-Ist-Vergleiche |
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Abbildung: Übersicht über die Verwendung von Kennzahlen, aus dem KLR-Handbuch des Bundes, Juli 1997 |
Die
verfassungsrechtliche Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln (Art. 114 II
GG) lässt sich ohne Kennzahlen nicht erfüllen. Denn nur wenn Kosten
und Leistung/Qualität bekannt sind kann beurteilt werden, ob die Verwaltung
wirtschaftlich handelt, d. h. ein günstiges Verhältnis zwischen
Nutzen und Kosten
erreicht, wie es die Verfassung fordert (mehr zu
Wirtschaftlichkeit).
Die Verwendung von Kennzahlen entspricht dem Prinzip "Sachliche Entscheidungsfindung" des Qualitätsmanagements nach ISO 9000. Sie ist ferner unverzichtbar für eine kooperative Führung, die Informationen nicht beim Vorgesetzten monopolisiert sondern sie möglichst breit verfügbar macht: kooperative Vorgesetzte sorgen dafür, dass die Institution informiert ist, nicht (nur) sie selbst.
Kennzahlenwerte sind aber nicht selbsterklärend: "Daten sprechen nicht", Kennzahlenwerte bedürfen immer der Interpretation. Das gilt oft schon deshalb, weil nicht der Faktor selbst gemessen wird, sondern nur Indikatoren, z. B. nicht die Qualität der Bescheide, sondern die Zahl von Widersprüchen. Wird dies nicht beachtet, können Kennzahlen zu Fehlsteuerungen führen, also schaden. Dies spricht nicht gegen das Instrument, sondern gegen die unbedachte Verwendung, insbesondere im Hinblick auf die folgenden Aspekte.
| Probleme bei der Verwendung von Kennzahlen Version 1.0 | |||
| Problem | Beispiele | ||
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Die Widerspruchsquote misst nicht die Qualität von Bescheiden: die Widersprüche können unbegründet sein und werden nicht eingelegt bei Fehlern zu Gunsten der antragstellenden Person, aber zu Lasten der Allgemeinheit. | ||
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Hohe Kosten pro Bescheid? Vielleicht sollte man noch sorgfältiger und teuerer betreuen, um wirksam zu helfen und damit den Bezug von Sozialhilfe / ALG zu verkürzen? Größere Klassen verringern die Kosten pro Schulstunde aber verringern die Qualität und verursachen hohe gesellschaftliche Kosten. Vielleicht sollte man auch investieren, um mehr Einnahmen zu erzielen? Der Kostendeckungsgrad / Deckungsbeitrag ist die richtigere Kennzahl. | ||
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| © olev.de 2006 | |||
Bei der Verwendung von Kennzahlen
Mehr dazu in FN2.
| Daten sprechen nicht![FN2] |
Kennzahlenwert
Als "Kennzahl" bezeichnet man i. d. R. das Merkmal,
das gemessen wird, Kennzahlenwert ist die im einzelnen ermittelte Zahl. (Beispiel:
"Kosten pro Antrag" ist die Kennzahl, "125 Euro/Antrag" der Kennzahlenwert für
die Kosten pro Antrag der Arbeitseinheit X im Jahr Y.) Kennzahlenwerte müssen
immer mit einer Maßeinheit versehen sein.
Kennzahlen können
| Arten von Kennzahlen |
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| Absolute Zahlen |
Verhältniszahlen |
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Summen (ggf. an einem Stichtag) |
Zahl der Produkte, der Mitarbeiter, der Krankheitstage, Gesamtkosten |
Gliederungs- |
Fehlerquote, Krankenstand in %, die 80% häufigsten Fehlerursachen (ABC-Analyse) |
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Differenzen |
Veränderung der Zahl der Produkte, Mitarbeiter, Krankentage |
Beziehungs- |
Kosten pro Fall, zu betreuende Mitarbeiter pro Bearbeiter im Personalreferat |
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Mittelwerte[FN1] |
Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt oder im Durchschnitt der Referate, durchschnittliche Durchlaufzeit, usw. |
(auf eine Basisgröße bezogene Werte) |
Lebenshaltungskostenindex, Arbeitsproduktivität, bezogen auf die Basiszahl des Jahres X (= 100), Stückkosten im Vergleich zum Durchschnitt aller Behörden (s. "Benchmarking") |
Weitere Beispiele s. im Beitrag "Ziele / Kennzahlen"
Unterscheidung nach Steuerungsrelevanz:
Die KGSt unterscheidet darüber hinaus "Grundzahlen", "Strukturzahlen" und Kennzahlen, nur letztere sind "steuerungsrelevant", d. h. geben Informationen, die relevant sind für ein definiertes Ziel.
Die Begriffe "Kennziffer" und "Indikator" werden hier - entsprechend den Empfehlungen des IKO-Netzes, als Synonyme verwendet (mit identischer Bedeutung), in der Literatur findet sich teilweise ein anderer Sprachgebrauch.
Zu Systemen von Kennzahlen s. Controlling und Benchmarking, zu weiteren Begriffen im Zusammenhang: Grundzahlen, IKO-Netz und die Definitionen im Glossar zu Kennzahlen + Vergleichsringen des IKO-Netzes der KGSt, jeweils aktuelle Fassung, oder hier die Fassung vom 18.2.2000.
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Mit zunehmender Bedeutung von Kennzahlen wird die zweckmäßige Auswahl und Definition immer wichtiger. Die KGSt hat die Kriterien für die Gestaltung von Kennzahlen wie folgt zusammengefasst:
Kriterien für die Gestaltung von Kennzahlen nach KGSt 1999
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Steuerung
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(Quelle: KGSt, Ziele finden, Zahlen kennen, Handeln können,1999, S. 8)
Das Vereinigte Königreich ist besonders weit in der Verwaltungsreform und arbeitet intensiv mit Kennzahlen, siehe im Beitrag zum Neuen Steuerungsmodell. Beispielhaft hier der Hinweis auf eine Veröffentlichung zum Ergebnisorientierten Management:
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Principles of Performance Measurement There are six widely accepted principles (FABRIC - see Bibliography) for designing an effective performance management system:
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Quelle: UK Treasury u.a.: Choosing the right FABRIC: a Framework for Performance Information.
Die genannten Prinzipien gelten für die Konstruktion eines Systems von Kennzahlen zu Steuerungszwecken.
Indicators in a properly developed set of performance measures should satisfy the following criteria:
Ammons, David N.: Municipal Benchmarks: Assessing Local performance and Establishing Community Standards. Sage, 1996.
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| Bertelsmann-Stiftung |
2001
|
Leistungsvergleich zwischen Finanzämtern. Online-Quelle |
| Bertelsmann-Stiftung |
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KiK - Kernkennzahlen in der Kommunalverwaltung, jetzt integriert in das Projekt "Kommunal KOMPAKT! ", Online-Quelle |
| Gladen, Werner | 2001 | Kennzahlen- und Berichtsysteme. Grundlagen zum Performance Measurement. Wiesbaden 2001 |
| KGSt | 2001 | Arbeit mit Kennzahlen : Grundlagen, Empfehlungen für die Praxis. - Köln : KGSt, Berichte 4 und 5/2001 |
| Schnieders, Günter |
2001
|
Kernkennzahlen am Beispiel der Sozialhilfe. Benchmarking-Projekte in Niedersachsen als Motor für die Neue Steuerung. In: VOP Nr. 4/2001, S. 17-19 |
| UK Treasury u.a. |
2003
|
Choosing the right FABRIC: a Framework for Performance Information. |
Siehe auch die Quellenangaben
| [1] | Als statistische Größe kommt auch der Median (Zentralwert) in Betracht. |
| [2] |
Vorsicht bei der Verwendung von Kennzahlen! Allgemein besteht die Tendenz, Zahlen mit einer Bewertung zu verknüpfen. Zahlen sagen aber nur etwas im Zusammenhang mit der Situation, in der sie gewonnen worden sind, dem Messverfahren/der Messgenauigkeit, den Zielen, die verfolgt werden. Viele Fehlschlüsse beruhen auch darauf, dass nur bestimmte Handlungsmöglichkeiten gesehen werden, während es in Wirklichkeit viele weitere gibt:
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| [3] | Formuliert in Anlehnung an "Lokales Indikatorensystem für dauerhafte Lebensqualität" der Oberösterreichischen Akademie für Umwelt und Natur, http://www.lebensraum-mit-zukunft.at/, 27.06.2004 |
| [4] | Siehe beispielhaft die internationale Schulleistungsstudie PISA: Sie legt Schwächen des deutschen Bildungssystems offen, nicht nur im Durchschnitt, sondern auch bei der Förderung der Kinder mit schwierigeren Lernbedingungen. Dass viele Schlussfolgerungen aus den Daten falsch sind, belegt die fachliche Schwierigkeit des Umgangs mit empirischen Daten. Siehe im einzelnen die Hinweise http://www.verwaltungsmanagement.info/politik/b-index.htm |
| [5] | Formuliert in Anlehnung an den Sprachgebrauch bei Grenzwerten für Umweltbelastungen. Damit wird der unterschiedlichen Bedeutung bestimmter Kennzahlenwerte Rechnung getragen |
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| © Copyright Prof. Dr. Burkhardt
Krems, Köln, 2010-02-12 |
http://www.olev.de/k/kennz.htm |