NSM / WoV / NPM - in Arbeit -
Neues Steuerungsmodell / Wirkungsorientierte Verwaltungsführung
/ New Public Management
(Beitrag im Online-Verwaltungslexikon olev.de - Version 1.27)
Neu / Aktualisiert
Wirkungsorientierte Gemeindeverwaltung: eine Einführung des Züricher Gemeindeamtes
NPM in den Schweizer Kantonen
Stand der Umsetzung

Bibliographie zum NSM

Inhalt
Definition
Stand der Umsetzung
Entstehung
Rahmen
Ziele
Prinzipien
Kernelemente
Maßnahmen
Vergleiche
NSM international
-
Österreich
-
Schweiz
-
UK (England)
Lernprogramm
Quellen / Links
 1. Definition


Umfassendes Modell zur Steigerung von Effektivität, Bürgerorientierung und Effizienz/Wirtschaftlichkeit der öffentlichen Verwaltung (s. Ziele) als Antwort auf die Anforderungen an die Verwaltung in einer globalen Wissensgesellschaft, insbesondere durch

Andere Bezeichnungen, vor allem in der Schweiz und in Österreich, sind "Wirkungsorientierte Verwaltungsführung" ("WoV" oder "wif"), "Neue Führung der Verwaltung (NEF)", usw.
 

Erläuterungen zur Definition

Zielklarheit und -transparenz bedeutet:

  • explizite Ziele (ausdrücklich und verständlich formuliert)
  • orientiert an einem klaren Leitbild
  • das die strategische Orientierungen vorgibt (strategische Ziele: "die richtigen Dinge tun": Was Wozu)
  • aus dem die operativen Ziele (was wie, wann, womit) abgeleitet werden,
  • die messbar formuliert sind (durch Kennzahlen / Indikatoren, möglichst "SMARTe" Ziele),
  • und über deren Erreichung berichtet wird. 

 
Neue Verantwortungsteilung zwischen Politik und Verwaltung
bedeutet:

  • Aufgabe der Politik sind die strategischen Entscheide:

    und die strategische Steuerung auf der Grundlage entsprechender Berichte und Instrumente.

  • Aufgabe der Verwaltung ist es,
    • "Was" - Output, Produkte/Leistungen festzulegen sowie
    • "Wie" - die Prozesse und Strukturen - zu gestalten, um die festgelegten Leistungen zu erbringen und die Wirkungen zu erreichen.

Beispielhaft: das Finanzleitbild der Schweizer Bundesverwaltung auf der Grundlage entsprechender verfassungsrechtlicher und gesetzlicher Regelungen. nach oben / Inhalt

 Kernelemente des NSM / Checkliste für eine gute Verwaltung

Die KGSt hat die Elemente des Neuen Steuerungsmodells inzwischen mit weiteren, früher nicht ausdrücklich genannten, aber immer mitgedachten Anforderungen an eine "gute" Verwaltung in der folgenden Aufzählung[8] zusammengefasst. Sie gilt entsprechend für alle anderen Verwaltungen und kann auch als Checkliste für eine gute Verwaltung verstanden werden.nach oben / Inhalt

Zu einer modernen Kommunalverwaltung gehören
  • qualifizierte, motivierende und leistungsfördernde Führung
  • wirkungsorientierte Zielsetzungen
  • die klare Definition der kommunalen Produkte und Leistungen
  • Zusammenarbeit, Kommunikation und Transparenz zwischen Politik und Verwaltung
  • ein wirtschaftlicher und wirksamer Ressourceneinsatz
  • ein aussagefähiges Rechnungswesen
  • ein wirksames Controlling
  • Leistungsvergleiche und Wettbewerb
  • die Nutzung der Potenziale der Informations- und Kommunikationstechnik
  • konsequente Kundenorientierung und Bürgerbeteiligung

Nicht berücksichtigt in dieser Zusammenfassung ist die Komponente "Personalmanagement", die im Rahmen des NSM eine wichtige Rolle spielt (s. dazu unten). nach oben / Inhalt

 Management-Instrumente einer modernen Verwaltung

Einen - vereinfachten - Überblick über die Management-Instrumente einer modernen Verwaltung gibt die folgende Abbildung:

Klick für größeres Bild    Management-Instrumente

Management-Instrumente einer modernen Verwaltung
(eigene Darstellung)

Erläuterungen:nach oben / Inhalt
Die Reihenfolge ist nur bedingt eine Rangfolge oder logische Abfolge. Elemente können generell - je nach Konzeption - oder auch in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand an anderer Stelle aufzuführen sein. Das betrifft z. B.:

Weitere Anmerkungen:

Stand der Umsetzung

Die Veröffentlichung der OECD

Modernising Government. The Way Forward. OECD 2005

dokumentiert den Stand der Umsetzung in den 30 Mitgliedsstaaten der OECD, u. a. nach den für 2003 verfügbaren Daten der "OECD/World Bank Budget Practices and Procedures Database 2003".

Danach ergibt sich folgendes Bild:

Das Bild für Deutschland

In der deutschen Bundesverwaltung sind die ohnehin bescheidenen Ansätze zu Produkthaushalten, also zur Verknüpfung der Bewilligungen mit dem Output, inzwischen weiter zurückgefahren worden. Erst recht fehlen Ansätze zur regelmäßigen Dokumentation von Leistungen und Wirkungen. Nicht einmal für die Behörden des Pilotprojekts "Produkthaushalt" sind verwertbaren Angaben zu Leistungsmengen und -qualitäten verfügbar: aus dem Produkthaushalt der Pilotbehörde "Fachhochschule des Bundes" ist z. B. nicht zu erkennen, ob mit den veranschlagten Mitteln 10 oder 1000 Studierende ausgebildet werden sollen, geschweige denn, welche Qualität die Ausbildung haben soll oder hat (Online-Quelle der ProdukthaushalteExterner Link in neuem Fenster).

Generell gilt für den Bundesbereich, dass messbare Leistungs-, Wirkungs- und Finanzziele großenteils fehlen und deshalb entsprechende Daten nicht erhoben werden, selbst wo sie verfügbar sind fehlt in der Regel die öffentliche Berichterstattung. Soweit Controlling funktioniert, beschränkt es sich in der Regel auf Haushalts- oder Kostencontrolling, erfasst aber nicht das Eigentliche, wofür die öffentliche Verwaltung da ist: welcher Beitrag zum Gemeinwohl erbracht wird. In weiten Bereichen ist also noch viel zu tun, um auch nur die elementaren Grundlagen einer modernen Verwaltung zu schaffen, die weiß, was sie für wen zu leisten hat, und dem Bürger und der Öffentlichkeit darüber Rechenschaft ablegt.

Allerdings sind vielfältige Ansätze zu verzeichnen, für Controlling (inzwischen etabliert in der Bundeswehr, weiter fortgeschritten z. B. im Statistischen Bundesamt und im Bundesverwaltungsamt), Qualitätsmanagement (z. B. Statistisches Bundesamt), um nur einige Beispiele zu nennen. Ein realistischer Überblick über den Stand der Verwaltungsmodernisierung, der nicht Teil politischer Selbstdarstellung ist, fehlt.

Insgesamt ist keine Reformstrategie zu erkennen, wie es in der Schweiz seit vielen Jahren der Fall ist, und es fehlen Evaluation und kritische Diskussion. Z. T. existieren Fehlentwicklungen, die Reform diskreditieren, so eine KLR, die eine ständige Belastung der Beschäftigten darstellt, aber keinen erkennbaren Nutzen bringt: oft liefert sie unbrauchbare Antworten auf Fragen, die niemand stellt.

In den Bundesländern ist man z. T. wesentlich weiter, was hier aber nicht dokumentiert werden kann. Schwerpunkt ist derzeit (2006) die Einführung eines neuen Finanzmanagements auf der Grundlage der Doppik, in Hessen z. B. aber auch die Definition von Zielen und Kennzahlen für alle Produkte als Teil der Einführung integrierter strategischer und operativer Steuerung nach dem BSC-Konzept. Auch in Baden-Württemberg ist die Verwaltungsmodernisierung seit Jahren "Chefsache".

Deutschland ist nicht
nur bei PISA unter Durchschnitt,
auch bei der
Modernisierung
 der Verwaltung

Andere Reformbereiche

Auch bei anderen Reformbereichen (Rechnungslegung und -kontrolle, interne Kontrolle, Audits (Bewertung von Programmen/Leistungen), Nutzung von Marktmechanismen für die Bereitstellung öffentlicher Leistungen, Nutzung von PPP/ÖPP) liegt Deutschland allenfalls im Mittelfeld. Auch dabei gilt allerdings, dass die Situation unterschiedlich ist, je nach betrachteter Ebene: Kommune, Land, Bund, und innerhalb dieser Ebenen erhebliche Unterschiede bestehen.

Nicht behandelt wird hier E-Government, ein Schwerpunktpunktthema der Modernisierung in Bund und Ländern.

Situation in anderen Ländern

Zur Situation in anderen Ländern siehe unten zu Österreich, Schweiz und Großbritannien,

Dokumentation der weiteren Entwicklung: Benchmarking durch die OECD

Die Qualität der Verwaltung lässt sich auch anhand der verwendeten Steuerungsinstrumente beurteilen, wie es bereits die oben zitierte OECD-Veröffentlichung tut. Deshalb ist es nur konsequent, dass die OECD diese Aktivitäten beobachtet und inzwischen mit einem "Verwaltungsreform-Benchmarking" begonnen hat (mehr dazu ...).

 Entstehung / Einordnung des NSM/NPM

International (von Finnland bis Neuseeland) diskutiertes und verwendetes Konzept[1], dessen deutsche Variante zunächst für die Kommunalverwaltung durch die KGSt entwickelt wurde, inzwischen aber für alle Verwaltungsbereiche (also auch die Bundesverwaltung) als Reformmodell akzeptiert ist. Begriffe und Elemente werden z. T. unterschiedlich verwendet. Das Konzept des "aktivierenden Staates" kann sowohl als übergeordnetes Konzept wie als Teil des NSM gesehen werden.

Zitatenach oben / Inhalt

  1. Die Haushaltspläne sagen an Hunderten von Stellen, wieviel Geld die Verwaltung ausgeben darf, aber nirgends präzise, welche Leistungen (Produkte) sie mit diesem Geld erzeugen soll. [2]
  2. Eine Organisation, bei der Erfolg oder Produktivität allein von der Schnelligkeit und der Intelligenz des steuernden Zentrums abhängig sind, wird der Vielfalt und dem Wechsel der Problemlagen nicht mehr gerecht.[1a]
  3. Ein oft zitierte Beispiel: der Hausmeister beauftragt ein viel teureres privates Gartenbauunternehmen, die Hecke zu schneiden, weil der Haushaltstitel, aus dem er sich eine Heckenschere hätte kaufen können, erschöpft ist.[3]

Rahmenbedingungen
Für die finanzielle Situation der öffentlichen Hände sollte beachtet werden, dass die Ausgaben in weit geringerem Maße durch interne Rationalisierung beeinflussbar sind als vielfach vermutet. Der Anteil der Personalausgaben am Haushalt des Bundes betrug 1999 nur etwa 10% [4], sprich: mit dem Abbau von Personal wird das Haushaltsdefizit nicht zu beheben sein, eher wird die Effektivität und Effizienz der Mittelvergabe von 90% des Bundeshaushalts sinken. nach oben / Inhalt

Drastisch gestiegen sind vor allem die Einkommensübertragungen durch den Staat (um 420% innerhalb von 40 Jahren[5]). Die Gesamtbilanz ist allerdings Besorgnis erregend: die Verschuldung nährt sich selbst[6], weshalb es nicht einmal ausreicht, die Netto-Neuverschuldung zu stoppen. Allerdings erfordert eine rationale Politik dass dort Lösungen gesucht werden, wo sie auch gefunden werden könnten. Personalabbau kann dazu nur begrenzt beitragen, und Personalabbau ohne Reduzierung der Aufgaben erreicht eher das Gegenteil.

 Ziele des NSM


allgemeine Formulierung Formulierung im Programm der Bundesregierung 1999
  • Mehr Leistung,
  • weniger Kosten,
  • bürgerfreundlichere Verwaltung,
  • höhere Mitarbeiterzufriedenheit
  • Mehr Leistung,
  • weniger Kosten,
  • mehr Bürgerorientierung und Transparenz,
  • motivierte Beschäftigte.

nach oben / Inhalt

 Prinzipien des Neuen Steuerungsmodells

Die KGSt fasst die Prinzipien des neuen Steuerungsmodells, nach denen die Verwaltung die Vorgaben der Politik umsetzen soll, wie folgt zusammen[7]:

Prinzipien des neuen Steuerungsmodells

Steuern statt Rudern:
Leistungen sind zu gewährleisten und zu kontrollieren,
nicht alles ist selbst zu machen

Resultate statt Regeln:
Orientierung an Ergebnissen und Kosten
statt Fixierung auf Verfahren und Regeln

Eigenverantwortlichkeit statt Hierarchie:
klare Zuweisung und ungeteilte Verantwortung für die Ressourcen

Wettbewerb statt Monopol:
Ermittlung von Kosten und Qualitäten öffentlicher Leistungen
im Vergleich zu anderen Anbietern

Motivation statt Alimentation:
Neubestimmung der "Ressource Personal", die weit über
eine Änderung des Dienstrechts hinausgeht

nach oben / Inhalt

Reformmaßnahmen im Überblick

Die Reformbereiche können wie folgt strukturiert werden (in Anlehnung an Dunkhorst[10]):

Aufgaben
(Verhältnis
Staat -
Gesellschaft)

"aktivierender Staat": "gewährleisten" statt leisten und regeln
  • Beschränkung auf Kernaufgaben:
  • Deregulierung, Stärkung des Freiraums gesellschaftlicher Akteure
  • Förderung gesellschaftlicher Aktivitäten, wo nötig, als Ersatz staatlicher Aktivität (auch durch Schaffung des Handlungsrahmens, ggf. finanzielle / steuerliche Förderung)
  • gemeinsame Aktivitäten mit gesellschaftlichen Akteuren: Öffentlich-Private-Partnerschaft ÖPP (Public Private Partnership PPP)
  • Schaffung und Gestaltung von Netzwerken zur Erbringung von Leistungen und Lösung gesellschaftlicher Probleme

Struktur
(Innen-
verhältnis)

  • Neue, klare Rollenverteilung zwischen Politik (strategische Vorgaben) und Verwaltung (operative Umsetzung, siehe oben)
  • Dezentralisierung
  • Einheit von Fach- und Ressourcenverantwortung
  • Eigenverantwortung / Delegation

Verfahren

Personal

nach oben / InhaltDabei sind diese Bereiche nicht isoliert zu betrachten, sondern - wie generell Aufbau- und Ablauforganisation einerseits, Personalentwicklung und Management andererseits - ohnehin aufeinander bezogen wie unterschiedliche Strukturelemente ein und desselben Systems.

Erst die Vernetzung mehrerer Reformelemente zu einem größeren Ganzen macht die Reform wirksam und dauerhaft!

Vergleich von Bürokratiemodell und Neuem Steuerungsmodell [11]
(Oechsler / Vaanholt 1998, 156, Ergänzungen in kursiv B. K.)

Bürokratiemodell New Public Management
Angebotsorientierung mit Zwangsnachfrage Nachfrageorientierung und Entwicklung eines "Produkt-Markt-Konzeptes"
Leistungen als Normvollzug Strategische Orientierung an Zielen, Dienstleistungen mit Ergebnisorientierung
ausgeprägte Hierarchisierung  Kontraktmanagement verselbständigter Organisationseinheiten 
Organisation nach Funktionen Organisation nach Geschäftsprozessen
Trennung von Fach- und Ressourcenverantwortung Gesamtverantwortung im Fachbereich
normgeleitete Standardproduktion kundenorientierte Spezialisierung
kameralistische Prinzipien kaufmännische Prinzipien
Konditionalsteuerung Ergebnissteuerung
Gleichheit Wirksamkeit
Papierbindung und Aktenmäßigkeit Informations- und Kommunikationstechnologie
Kommunikation in festgelegten Kanälen vernetzte Systemarchitekturen
Alimentationsprinzip leistungsorientiertes Entgelt

Unterschiede der Organisationskultur [12]nach oben / Inhalt
(nach Sattelberger/E. Müller S. 82, bearbeitet, Ergänzungen in kursiv B. K.)

Bürokratiemodell New Public Management

Innenorientierung[13]

Kunden-/Bürgerorientierung
Wandel als Bedrohung Wandel als Chance
Risiko-Aversion Kontrolliertes Risiko
Konventionen und starre Regeln Vision, Leitbild
Abblocken neuer Ideen Unterstützung neuer Ideen
Gehorsam gegenüber Vorgesetzten Unterstützung durch Vorgesetzte
Kontrolle Gegenseitiges Vertrauen
Analysen Experimente
Zuständigkeitsdenken Problemlösungs-/Ergebnisorientierung
Verwalter Dienstleister
Systemtheoretisch:
geschlossenes System, Tendenz zur Abschottung

zur Umwelt offenes System
selbstreferenziell auf Rückmeldung aus der Umwelt orientiert nach oben / Inhalt

 

 Internationale / europäische Beispiele

Quellenhinweise

nach oben / Inhalt Verwaltungsmodernisierung in Österreich

Österreichs Verwaltung gehört nach Einschätzung seines Bundeskanzleramtes zu den modernsten Europas. Der Stand der Modernisierung nach dem Konzept der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung - WoV lässt sich für die Bundesebene u. a. an den jährlichen Leistungsberichten ablesen, die der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft ablegen (beispielhaft: der Leistungsbericht der Studienbeihilfenbehörde. Darüber hinaus dokumentiert das Bundeskanzleramt den Stand der Verwaltungsreform, u. a. auch durch Best Practice-Beispiele und Informationen zum Konzept und zu den eingesetzten Instrumenten.

Der fortgeschrittene Stand wird auch durch internationale Preise für österreichische Verwaltungen bestätigt, die das Bundeskanzleramt dokumentiert. Danach hat Österreich mehr Preise gewonnen als Deutschland (Übersicht).

nach oben / Inhalt Verwaltungsmodernisierung in der Schweiz

Überblick

Eine Einführung in das Konzept und die konkrete Umsetzung auf Gemeindeebene enthält die Handreichung des Kantons Zürich: Wirkungsorientierte Gemeindeverwaltung - Grundlagen, 2003.

In der Schweiz begann die Umstellung des Finanzwesens bereits in den 80er Jahren. "Anfangs der 1990er Jahre begannen die ersten Städte ihre Verwaltungen zu reformieren, 1996 starteten die Kantone Bern, Basel-Land, Luzern, Solothurn, Thurgau und Zürich mit der Umsetzung von NPM und 1994 hatte der Bund mit „Führen mit Leistungsauftrag und Globaldbudget FLAG“ auch ein NPM-Reformprojekt. 13 Kantone etablierten Pilotprojekte mit einer durchschnittlichen Versuchsdauer von vier bis fünf Jahren." (Ritz, „Zwei Beamte für ein WC“, 2004)

Inzwischen ist die Verwaltungsmodernisierung in vielen Teilen der Schweiz fest etabliert. Insbesondere die Idee der Wirkungsorientierung hat weite Verbreitung gefunden.

nach oben / InhaltAllerdings haben sich nicht alle Kantone dem Konzept angeschlossen. Kennzeichnend ist auch die intensive Beteiligung der Fachwissenschaft, die in der Schweiz vergleichsweise zahlreich durch Lehrstühle und Institute für Public Management vertreten ist (siehe unten), die aktiv in die Reformbemühungen eingebunden sind.

Externe Evaluation
Bemerkenswert ist auch, dass die Reformen in vielen Fällen extern evaluiert worden sind, vgl. die folgende Zusammenstellung von Beiträgen auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften (SGVW)[15]:

Die Bewertung der Reformen ist aber nicht einheitlich, wie u. a. der nachfolgende, von der SGVW dokumentierte Artikel zeigt: Harald Fritschi: "Zwei Beamte für ein WC", in: Facts Nr. 24/2004 vom 9.6.2004 (91 KB)  

Umfassende und aktuelle Nachweise, sowohl nach Themen als auch nach den Akteuren (Bund, Kantone) gegliedert sind über die Bibliographie zu NPM und WOV von Daniel Kettiger verfügbar sowie über die Linkliste der Schweizerischen Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften (SGVW). Siehe auch unten die weiteren Links zur Schweiz.

Bundesverwaltung: "Wirkungsorientierung" ist Verfassungsauftrag

Art. 170 der Bundesverfassung von 1999 verpflichtet die Bundesversammlung dafür zu sorgen, dass die Massnahmen des Bundes auf ihre Wirksamkeit überprüft werden[14]. "Eine interdepartamentale, von der Generalsekretärenkonferenz eingesetzte Kontaktgruppe wurde beauftragt, Empfehlungen zur Umsetzung von Artikel 170 bei der Bundesverwaltung zu unterbreiten. Der Bundesrat nahm von diesem Bericht im Oktober 2004 Kenntnis und genehmigte die meisten der darin enthaltenen Empfehlungen." (Zitat aus: Eidgenössische Finanzkontrolle: Wie messen die Ämter die Wirkungen ihrer Handlungen? Evaluation des Informationssystems in zehn Bundesämtern (Original in französisch, deutsche Kurzfassung, im Online-Archiv bzw. publiziert von der SGVW).

Auch die Eidgenössische Finanzkontrolle (vergleichbar dem Bundesrechnungshof) arbeitet an der Umsetzung dieses Verfassungsgebots. Konkrete Auswirkung sind z. B. Evaluationen und die Entwicklung von Standards für eine Wirkungskontrolle durch die Eidgenössische Finanzkontrolle, (siehe den zitierten Bericht "Wie messen die Ämter ...")

Für die Schweizer Bundesverwaltung siehe z. B. das Finanzleitbild und die unten angegebenen Web-Adressen mit weiteren Informationen, insbesondere das Konzept "FLAG - Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget". Über das Reformprojekt 1997-2000 informierte eine besondere Website der Schweizerischen Bundeskanzlei (nach dem Stand Dezember 2006 nicht mehr verfügbar).

Schweizer Reform im Bund

(übernommen am 30.08.2006 von der Website der Bundeskanzlei,
die das 2000 abgeschlossene Reformprojekt dokumentierte )

Die Bundesverwaltung orientiert auch ihr personalpolitisches Konzept an dem Konzept einer modernen Verwaltung, siehe die Beiträge zu Personalmanagement und Personalentwicklung und die Website des Eidgenössischen Personalamts.

Reformen auf der Ebene der Kantone

Auf der Ebene der Kantone, die die Reformen umgesetzt haben, sind z. T. sind die Verfassungen geändert worden, um das Konzept einer neuer Verantwortungsteilung zwischen Parlament und Regierung und Verwaltung abzusichern, und es wurden die gesetzlichen Regelungen geschaffen, die für das Instrumentarium erforderlich sind, entsprechend Schweizer Verfassungsrecht bzw. -tradition unter Beteiligung der Stimmbürger durch einen Volksentscheid. Die Modernisierung fand also - und findet - mit breiter Beteiligung der Öffentlichkeit statt.

Die Reformen haben u. a. die Kantone Bern, Graubünden, Luzern und Zürich umgesetzt, die z. T. dafür auch überregionale Anerkennung fanden, z. B. durch den Speyerer Qualitätspreis. Die neuen Strukturen und Verfahren sind inzwischen schon so weit Grundlage der täglichen Arbeit, dass die Reformkonzepte selbst z. T. nicht mehr im Internet dokumentiert sind (siehe aber oben die Evaluationsberichte).

Kanton Zürichnach oben / Inhalt
Im Kanton Zürich heißt das Modernisierungskonzept "Wirkungsorientierte Führung der Verwaltung", "wif!". Es wurde dort seit 1995 eingeführt, inzwischen evaluiert und 2003 nach 8-jähriger Projektdauer abgeschlossen. Der Modernisierungsprozess wird mit weiteren Projekten fortgesetzt, insbesondere Benchmarking und Qualitätsmanagement. Umfangreiche Informationen sind weiterhin über die Reform-Website http://www.wif.zh.ch/ verfügbar.

Bilanz der Verwaltungsmodernisierung in der Schweiz
Inzwischen ist verschiedentlich eine Bilanz der Verwaltungsmodernisierung in der Schweiz gezogen worden, siehe z. B. Lienhard, Andreas, et al. (Hrsg.): 10 Jahre New Public Management in der Schweiz – Bilanz, Irrtümer und Erfolgsfaktoren, Bern 2005, weitere Nachweise in Daniel Kettiger: Bibliographie zu NPM und WOV sowie oben die Zusammenstellung der Evaluationsberichte.

Lernprogramm
Zur Verwaltungsmodernisierung nach dem Konzept der Wirkungsorientierten Führung der Verwaltung hat der Kanton Zürich ein Lernprogramm im Internet bereit gestelltt:

http://e-learning.wif.zh.ch/

Es verdeutlicht das Konzept anhand von drei praktischen Beispiele, u. a. der Aufgabe der Arbeitssicherheit.

Das Lernprogramm stellt u. a. dar, was die Umstellung von Input- zu Outcomesteuerung bringt, wie Verwaltung bei Kosten-, Leistungs- und Wirkungstransparenz funktioniert und wie Controlling die Führungskräfte dabei unterstützen kann. nach oben / Inhalt

Verwaltungsmodernisierung im Vereinigten Königreich (UK)

3. Informationsquellen (Literatur, Internet-Adressen)

Siehe umfassend, aktuell und thematisch strukturiert die
Bibliographie zu NPM und WOV von Daniel Kettiger

(Stand: 28. August 2006. Die Bibliographie soll halbjährlich aktualisiert werden.)

Zu aktuellen Entwicklungen siehe auch die Beiträge in Verwaltungsmanagement.Info.

Ausgewählte Literatur

Allgemein und zum Stand der Umsetzung
Blanke, Bernhard / von Bandemer, Stephan / Nullmeier, Frank / Wewer, Göttrik (Hrsg.)
2005
Handbuch zur Verwaltungsreform. 3. Auflage, Wiesbaden 2005
Budäus, Dietrich / Conrad, Peter / Schreyögg, Georg [Hrsg.]
1998
New Public Management. Berlin ; New York 1998
Damkowski, Wulf / Precht, Claus
1995
Public Management. Neuere Steuerungskonzepte für den öffentlichen Sektor. Stuttgart 1995
Hill, Hermann (Hrsg.) 2006 Verwaltungsmodernisierung in den Staaten Europas : Länderberichte I (Speyerer Arbeitshefte Nr. 184), Länderberichte II (Speyerer Arbeitshefte Nr. 185), Speyer 2006
Hill, Hermann / Klages, Helmut (Hrsg.)
1993
Qualitäts- und erfolgsorientiertes Verwaltungsmanagement. Aktuelle Tendenzen und Entwürfe. (Vorträge und Diskussionsbeiträge der 61. Staatswissenschaftlichen Fortbildungstagung 1993 der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer) Berlin 1993
Horváth & Partner
 
Neues Verwaltungsmanagement. Grundlagen, Methoden und Anwendungsbeispiele. Düsseldorf, Loseblatt-Ausgabe ab 1996
Lienhard, Andreas / Ritz, Adrian / Steiner, Reto / Ladner, Andreas (Hrsg.) 2005 10 Jahre New Public Management in der Schweiz – Bilanz, Irrtümer und Erfolgsfaktoren; Bern 2005
Naschold, Frieder
1993

Modernisierung des Staates: Zur Ordnungs- und Innovationspolitik des öffentlichen Sektors, Berlin 1993

OECD
2005
Modernising Government. The Way Forward. OECD 2005
Osborne, David / Gaebler, Ted
1992
Reinventing Government. How the entrepreneurial spirit is transforming the public sector. New York 1992. Deutsche Fassung: Der innovative Staat. Mit Unternehmergeist zur Verwaltung der Zukunft. Wiesbaden 1997
Reinermann, Heinrich
2000
Neues Politik- und Verwaltungsmanagement: Leitbild und theoretische Grundlagen. Speyerer Arbeitshefte 130, Speyer 2000 (Erstveröffentlichung 1998), online im Internet: http://www.dhv-speyer.de/rei/publica/online/spah130.pdf
Ritz, Adrian
2003

Evaluation von New Public Management : Grundlagen und empirische Ergebnisse der Bewertung von Verwaltungsreformen in der schweizerischen Bundesverwaltung. Bern 2003

Ritz, Adrian
2004

„Zwei Beamte für ein WC“ - oder ein anderer Weg Verwaltungsreformen zu beurteilen. Online-Quelle

Schedler, Kuno / Proeller, Isabella
2009
New Public Management. 4. Aufl., Stuttgart 2009nach oben / Inhalt
Thom, Norbert / Ritz, Adrian
2004
Public Management : innovative Konzepte zur Führung im öffentlichen Sektor. 3. Aufl., Wiesbaden 2006
Speziell zu Deutschland
Baden-Württemberg, Stabsstelle für Verwaltungsreform im Innenministerium (Hrsg.)
1999
Qualitätsmanagement und lernende Organisation in der Landesverwaltung Baden-Württemberg. Selbstverlag 1999
Chmel, Andreas
1999
Das Neue Berliner Verwaltungsmanagement. Konzeption und Umsetzung sowie rechtliche Betrachtung eines politischen Kontraktmanagements. Berlin1999
Damkowski, Wulf / Precht, Claus (Hrsg.)
1998
Moderne Verwaltung in Deutschland. Public Management in der Praxis. Stuttgart 1998nach oben / Inhalt
Fischer, Walter P. 2002 Entscheidungsorientierte Kosten- und Leistungsrechnung in staatlichen Verwaltungen. Konzeption und Nutzung eines schlanken Rechensystems. Brühl 2002 (Fachhochschule des Bundes, Schriftenreihe Bd. 39). Online im Internet (2007-07-27)
Hill, Hermann / Klages, Helmut (Hrsg.)
1997
Berlin - Unternehmen Verwaltung : ein erster Erfahrungsbericht zur Umgestaltung der Berliner Verwaltung. Stuttgart : 1997
Hopp, Helmut / Göbel, Astrid 2004 Management in der öffentlichen Verwaltung. Organisations- und Personalarbeit in modernen Kommunalverwaltungen. Stuttgart 2004
Jann, Werner u.a.
2004
Status-Report Verwaltungsreform - Eine Zwischenbilanz nach 10 Jahren. Berlin 2004
Meurer, Erik / Stephan, Günter (Hrsg.)
 
Rechnungswesen und Controlling in der öffentlichen Verwaltung. Grundlagen, Beispiele und Erfahrungsberichte für die Verwaltungspraxis. Loseblattwerk. Freiburg
Morlok, Martin / Windisch, Rupert / Miller, Manfred (Hrsg.)
1997
Rechts- und Organisationsprobleme der Verwaltungsmodernisierung. Berlin 1997nach oben / Inhalt
Mundhenke, Ehrhard
2003
Controlling / KLR in der Bundesverwaltung. Was man dazu wissen sollte, mit Glossar. 5. Aufl., Brühl 2003. Erhältlich über die Fachhochschule des Bundes (Schriftenreihe Bd. 34) und online im Internet (2003-05-08)
Reichard, Christoph
1994
Umdenken im Rathaus: Neue Steuerungsmodelle in der deutschen Kommunalverwaltung, Berlin 1994
Schmidt, Hans-Jürgen
2004
Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungsmanagement. 6. Aufl., Stuttgart 2004
Wallerath, Maximilian (Hrsg.)
2001
Verwaltungserneuerung: eine Zwischenbilanz der Modernisierung öffentlicher Verwaltungen. Baden-Baden 2001

nach oben / Inhalt Internet-Adressen

Deutschland / nationale Ebene
Bundesregierung / Bundesministerium des Innern

http://www.Verwaltung-innovativ.de

früher: http://www.staat-modern.de

Website zur Verwaltungsmodernisierung des Bundesministeriums des Innern (anders als in Österreich, der Schweiz und dem UK gibt es keine verantwortliche Stelle bei der Regierungsspitze
KGSt - Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement http://www.kgst.de Die KGSt hat das "Neue Steuerungsmodell" für die Kommunalverwaltung entwickelt (siehe oben) und ist führend bei der Verwaltungsmodernisierung, vor allem der Städte und Gemeinden
Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer dhv-speyer.de führende Hochschule für Verwaltungswissenschaften und Verwaltungsmodernisierung in Deutschland, vergibt u. a. den Speyerer Qualitätspreis und betreut für Deutschland das Europäische Qualitätsmanagementkonzept für die öffentliche Verwaltung CAF (Common Assessment Framwork)
Bundesländer ( 2006-10-31)

Baden-Württemberg: Innenministerium / Stabsstelle für Verwaltungsreform

Bayern: Staatskanzlei, Projekt "Verwaltung 21"

Berlin: Senatsverwaltung für Finanzen

Brandenburg: Staatskanzlei

Bremen: Senator für Finanzen, im Aufbau: Website Bremer Verwaltungsreform

Hamburg: Finanzbehörde, Abteilung Verwaltungsreform

Hessen: Staatskanzlei und www.reformkurs.hessen.de

Mecklenburg-Vorpommern: Innenministerium

Niedersachsen: Ministerium für Inneres und Sport (Verwaltungsmodernisierung allgemein), Finanzministerium (Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling)

Nordrhein-Westfalen: Innenministerium

Rheinland-Pfalz: Staatskanzlei

Saarland: Staatskanzlei

Sachsen: Innenministerium

Sachsen-Anhalt: Staatskanzlei

Schleswig-Holstein: Finanzministerium

Thüringen: Innenministerium

Österreichnach oben / Inhalt
Bundeskanzleramt

Informationen zur Verwaltungsreform, u. a. über die
- jährlichen Leistungsberichte,
- Best Practice-Beispiele

Das Bundeskanzleramt dokumentiert Konzept, Instrumente und den erreichten Stand, insbesondere die Leistungsberichte der Bundesverwaltung, aber auch Beispiele anderer Verwaltungsebenen.
Schweiznach oben / Inhalt
Bundesrat (Schweiz)

http://www.admin.ch

http://www.flag.admin.ch

Die Verwaltungsreform wird dort vom Personalamt dokumentiert und umfasst insbesondere "FLAG", Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget

Kanton Zürich http://www.wif.zh.ch/

Reform-Website des Kantons, der die Wirkungsorientierte Verwaltungsführung unter der Bezeichnung "wif" umsetzt. Das Lernprogramm ist unter http://e-learning.wif.zh.ch/ zu erreichen.

Schweizerische Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften (SGVW)

http://www.sgvw.ch

Linkliste:
http://www.sgvw.ch/linkliste/

Die Schweiz ist führend in der Verwaltungsmodernisierung, die von der SGVW dokumentiert und vorangetrieben wird. Die Website versteht sich als Wissensportal über den öffentlichen Sektor und bietet u.a. umfangreiche Linklisten, thematisch sortiert.
Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern http://www.kpm.unibe.ch/ Das KPM ist eine interfakultäre Einheit, geleitet von Prof. Dr. Andreas Lienhard (Staats- und Verwaltungsrecht), Prof. Dr. Andreas Ladner (Politikwissenschaft), Dr. Reto Steiner (Betriebswirtschaftslehre) und Dr. Adrian Ritz (Betriebswirtschaftslehre). Es betreibt u.a. das Wissensportal der SGVW.
Kompetenzzentrum für Public Management des IOP der Universität Bern http://www.iop.unibe.ch/
Public-Management/
Das Instituts für Organisation und Personal - IOP - wird geleitet von Prof. Dr. Norbert Thom. Über die Website sind u.a. Informationen über die Evaluation der Einführung von FLAG in der Schweizerischen Bundesverwaltung verfügbar.
Public Management Center of Excellence (PMSE) der Universität St. Gallen http://coc.idt.unisg.ch/
org/idt/pmce.nsf/
Teil des Instituts für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus, geleitet von Prof. Dr. Kuno Schedler. Es informiert u.a. mit einem Newsletter über aktuelle Entwicklungen.
Vereinigtes Königreich (United Kingdom) (Stand Anfang Februar 2004)nach oben / Inhalt
Cabinet Office Delivery and Reform Online steuert die Modernisierungsprojekte, in Kooperation mit dem Finanzministerium (Treasury) und dem Rechnungshof (Audit Commission)
Treasury Public Services Performance Index dokumentiert operational definierte Leistungsziele (Public Service Agreements) und die Zielerreichung ("Performance") aller Ressorts
PSBS Public Sector Benchmarking Service Agentur zur Unterstützung von Benchmarking, aber auch für andere Aspekte einer modernen Verwaltung. Einmalig in der EU und Referenzinstitution für Benchmarking.
Audit Commission and the Improvement and Development Agency Library of Local Performance Indicators Leistung der "Kommunen" werden landesweit mit einem einheitlichen Kennzahlensystem erfasst und öffentlich - einschließlich dem Internet - dargestellt: als "local performance indicators"
EU (Stand Anfang Januar 2006)nach oben / Inhalt
Kommission  

keine ausdrückliche Zuständigkeit für Public Management in der EU erkennbar, für die eigene Verwaltung siehe z. B. das Reform-Leitbild mit Links zu weiteren Quellen.

EUPAN / EPAN: Netzwerk für die öffentlichen Verwaltungen in der EU

http://eupan.essenceserver.com/3/26/
oder http://www.eupan.org

"EPAN is an informal network of Directors-General responsible for Public Administrations in the EU Member States." Die Website wird von EIPA - dem Europäischen Institut für öffentliche Verwaltung - betrieben.

USA (Stand Anfang Januar 2006)nach oben / Inhalt
Website der US-Regierung http://www.firstgov.com/

Das Portal der US-Bundesregierung verzeichnet auch die Quellen zu den Modernisierungsaktivitäten, soweit sie weitergeführt oder neu konzipiert worden sind.

Government Accountability Office (GAO - Rechnungshof auf Bundesebene) http://www.gao.gov/

Unter http://www.gao.gov/bestpractices/benchmarking.html wird z. B. das Ergebnis des Benchmarkings mit Best-Practice-Einrichtungen anderer Träger dokumentiert ("Comparative Benchmarking Products compare the processes or practices of a government agency with best practices for similar processes of leading organizations")

National Center for Public Productivity at Rutgers University http://www.ncpp.us/ Eine Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Produktivität (im weitesten Sinne) des öffentlichen Sektors zu verbessern.
Weltweit tätige Institutionen (Stand Anfang März 2004)
Weltbank http://www1.worldbank.org/publicsector

Die Weltbank befasst sich vorrangig unter dem Aspekt der Entwicklung und Armutsbekämpfung mit Good (Public) Governance. In diesem Zusammenhang ist aber auch die Effektivität und Effizienz der Regierungen und Verwaltungen von Bedeutung.

OECD Directorate for Public Governance and Territorial Development z. B. mit dem ""Public Sector Modernisation Review" und verschiedenen anderen Themen (Stand: 2005-08-26)



nach oben / InhaltAnmerkungen

[1]

In den USA wurde das Konzept populär durch den Bestseller Osborne/Gaebler: Reinventing Government, 1992, deutsch etwa "Regierung und Verwaltung neu erfinden". Deutsche Fassung: Der innovative Staat. Mit Unternehmergeist zur Verwaltung der Zukunft. Wiesbaden 1997.

[1a]

Hermann Hill: Potenziale und Perspektiven der Verwaltungsmodernisierung. In: Morlok/Windisch/Miller (Hrsg.): Rechts- und Organisationsprobleme der Verwaltungsmodernisierung, 1997, S. 15. Dieser Hinweis verdeutlicht die zugrunde liegende Problematik auch in der Wirtschaft: dort geschah die Umorientierung als man entdeckte, dass man zwar privatwirtschaftliche Unternehmen hatte, intern aber nach planwirtschaftliches Regeln vorging, mit den aus den Planwirtschaften bekannten Ergebnissen. Deshalb entwickelten sich in der Privatwirtschaft neue Steuerungsmodelle.

Entsprechendes gilt für die öffentliche Verwaltung: zentralistische Steuerung ist ab einer gewissen Größe nicht mehr ausreichend leistungsfähig. Vgl. auch die Hinweise und Materialien zu Chaosmanagement.

[2] KGSt-Bericht 5/1993: Das Neue Steuerungsmodell
[3] Hermann Hill: Modernes Management in Kommunalverwaltungen: Weg aus organisierter Unverantwortlichkeit. In: Das Parlament, Ausgabe "Kommunale Selbstverwaltung in Deutschland", 6. März 1998, S. 6.nach oben / Inhalt
[4] Statistisches Bundesamt. Bei den Ländern ist dieser Anteil allerdings wesentlich höher und liegt bei 38%, im Durchschnitt aller öffentlichen Haushalte beträgt er 19%. Der höhere Anteil bei den Ländern beruht aber gerade auf Leistungen, die für die Zukunftsfähigkeit entscheidend sind (Bildung) und deshalb kaum nennenswert verringert werden könnten.
[5] Rürup: Effizienzrevolution in der öffentlichen Verwaltung. Wann, wenn nicht jetzt? In: Verwaltung und Management, 2000, S. 267. Diese Zahlen beziehen sich auf den Staat insgesamt, nicht nur den Bundeshaushalt.
 [6] Rürup, ebd., unter Verweis auf die Bundesbank
[7] unter Übernahme der Thesen von Werner Jann, Universität Potsdam, vorgetragen auf der Öffentlichen Anhörung der SPD-Bundestagsfraktion, 1995; vgl. KGSt, Ziele finden, Zahlen kennen, Handeln können. IKO-Netz, Köln o.J. (1996), S. 5. Die Thesen sind eine verkürzte Fassung der Thesen aus dem Bestseller "Reinventing Government" von Osborne / Gaebler
[8]

In ihrer Selbstdarstellung im Internet: "Wer ist die KGSt?", übernommen am 01.12.2004.

Ursprüngliche Formulierung des Konzepts 1993: (nach Hilbertz, Der richtige Weg, aber noch nicht am Ziel! Zehn Jahre Neues Steuerungsmodell - Zwischenbilanz und Ausblick. In: VOP 10/2001, S. 9, 10-12, unter Hinweis auf den "klassischen" KGSt-Bericht 5/1993: Das Neue Steuerungsmodell)

  • Klare Verantwortungsteilung zwischen Politik und Verwaltung
  • Führung durch Leistungsabsprache statt durch Einzeleingriff
  • Dezentrale Gesamtverantwortung im Fachbereich
  • Zentrale Steuerung neuer Art mit Controlling und Berichtswesen
  • Instrumente zur Steuerung von der Leistungsseite her (Outputsteuerung)
  • Wettbewerb

Es fehlten also einige wichtige Aspekte, z. B. die Aufgabe der Führung.nach oben / Inhalt

[9] Rainer Heinz, Leiter des KGSt-Programmbereichs "Bürger, Politik und Verwaltung". Der Beitrag ist ein Vorabdruck für die Zeitschrift "SOCIALmanagement 3/2001" (Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden), die sich Anfang Mai 2001 schwerpunktmäßig mit dem Stand der Verwaltungsreform in Deutschland beschäftigt. Online im Internet veröffentlicht www.kgst.de, übernommen am 8.12.2000
[10] Handbuch Qualitätsmanagement, 1999, S. 32
[11] Entnommen aus Oechsler, Walter A. / Vaanholt, Silke, Human Resource Management - Auswirkungen des New Public Management auf ein zeitgemäßes Personalmanagement in der öffentlichen Verwaltung. In: Budäus / Conrad / Schreyögg[Hrsg.], New Public Management. Berlin ; New York 1998, S. 156
[12] Müller, Eduard: Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung, 1996, S. 82, in Anlehnung an Sattelberger, Lernende Organisation, 1991, S. 42, Reihenfolge geändert, Ergänzungen in kursiv. B.K.nach oben / Inhalt
[13]

Eine Kommunikationsanalyse in der Kommunalverwaltung in den 80er Jahren ergab, dass etwa 85% der Kommunikation verwaltungsintern stattfindet. Das erklärt, weshalb die Mitarbeitenden sich auf die Innenwelt der Verwaltung hin orientieren, die ihren Arbeitsalltag und ihre Kommunikation prägt und ihnen vermittelt, welches Verhalten und welcher Sprachgebrauch "erfolgreich" ist.

Binnensicht und bürokratisches Verhalten sind also das Ergebnis automatischer Lernprozesse. Wenn sie wirken können, dann sind die Bürger, die sich umständlich, nicht verwaltungsgerecht und vielleicht sogar unverständlich ausdrücken, psychologisch betrachtet die "Störer" - so das spontane menschliche Verhalten.

Diese spontanen Lernprozesse können nur aktiv in ihrer Wirkung begrenzt oder umgekehrt werden! Bürgerfreundlichkeit erfordert also ständiges Bemühen, den psychologischen Mechanismus des Lernens durch Erfolg bei interner Kommunikation zu durchbrechen.

[14]

Art. 170 Überprüfung der Wirksamkeit
Die Bundesversammlung sorgt dafür, dass die Massnahmen des Bundes auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999,

[15]

Schweizerische Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften SGVW: Wie messen die Ämter die Wirkungen? ihrer Handlungen? Evaluation des Informationssystems in zehn Bundesämtern. 2005. Online-Quelle

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© Copyright: Prof. Dr. Burkhardt Krems, Köln, 2012-07-14 http://www.olev.de/n/nsm.htm